Beleg · kohorte

Clinical Efficacy of Noninvasive Cryolipolysis and Its Effects on Peripheral Nerves

Autoren
Coleman SR, Sachdeva K, Egbert BM, Preciado J, Allison J
Jahr
2009
Typ
kohorte
Fundstelle
Aesthetic Plast Surg 33(4):482-488
DOI
10.1007/s00266-008-9286-8
PMID
19296153
Fallzahl (n)
10

Design

Prospektive Anwendungsbeobachtung an zehn Personen mit einem Prototyp-Kühlgerät. Messung der Fettschichtdicke mittels Ultraschall vor der Behandlung sowie zu Nachkontrollen, zusätzlich neurologische Untersuchung der Empfindung im behandelten Areal und in einem Fall Nervenbiopsie.

Ergebnis

Die auf den Ausgangswert bezogene Reduktion der Fettschichtdicke betrug im Mittel 20,4 Prozent nach zwei Monaten und 25,5 Prozent nach sechs Monaten. Neun der zehn Personen schlossen die Beurteilung der Fettreduktion ab. Die Arbeit stützt den Wirkmechanismus der verzögerten, entzündungsvermittelten Fettabnahme, wie er in der Erstbeschreibung von Manstein 2008 dargelegt ist: Die kälteinduzierte Schädigung der Fettzellen (Apoptose) löst eine entzündliche Reaktion aus, in deren Verlauf Fresszellen (Makrophagen und andere Phagozyten) die Fettzellen über Wochen bis Monate umschließen und abbauen.

Nebenwirkungen

Bei sechs von neun untersuchten Personen trat eine vorübergehende Empfindungsminderung im behandelten Areal auf; die Empfindung kehrte im Mittel nach 3,6 Wochen vollständig zurück. In der Nervenbiopsie fand sich keine dauerhafte Veränderung der Nervenfaserstruktur. Eine bleibende Sensibilitätsstörung oder Hautschädigung wurde bei keiner Person beobachtet.

Dauerhaftigkeit

Die Arbeit beobachtet das Ergebnis bis sechs Monate nach der Behandlung; zu diesem Zeitpunkt war die gemessene Fettreduktion gegenüber dem Zwei-Monats-Wert nicht rückläufig, sondern etwas höher. Über den Verlauf jenseits von sechs Monaten trifft die Arbeit keine Aussage. Eine Aussage über die langfristige Haltbarkeit des Ergebnisses lässt sich auf diese Arbeit nicht stützen.

Zusammenfassung

Frühe klinische Studie am Menschen, veröffentlicht 2009 in Aesthetic Plastic Surgery. Zehn Personen wurden mit einem Prototyp-Kühlgerät behandelt; primär sollte geklärt werden, ob die kälteinduzierte Fettreduktion die örtliche Empfindung oder die Nervenfasern beeinträchtigt. Die per Ultraschall gemessene Fettschichtdicke nahm im Mittel um 20,4 Prozent nach zwei Monaten und um 25,5 Prozent nach sechs Monaten ab. Damit überträgt die Arbeit den am Tiermodell beschriebenen Effekt auf den Menschen und ordnet ihn in den bekannten Wirkmechanismus ein: Die Kälte schädigt Fettzellen selektiv über Apoptose, worauf eine entzündliche Reaktion einsetzt, die sich innerhalb weniger Tage nach der Behandlung zeigt und nach etwa zwei Wochen ihren Höhepunkt erreicht; in der Folge umschließen und verdauen Makrophagen und andere Fresszellen die geschädigten Fettzellen über einen Zeitraum von Wochen bis Monaten. Bei sechs von neun Personen kam es zu einer vorübergehenden Empfindungsminderung, die im Mittel nach 3,6 Wochen vollständig zurückging; eine dauerhafte Nervenschädigung oder Hautschädigung wurde nicht festgestellt. Die Nachbeobachtung reicht bis sechs Monate; Aussagen zur langfristigen Beständigkeit enthält die Arbeit nicht.

Volltext

Zugang kostenpflichtig über link.springer.com. Abstract frei über PubMed (PMID 19296153). Beschaffung offen.

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