- Autoren
- Manstein D, Laubach H, Watanabe K, Farinelli W, Zurakowski D, Anderson RR
- Jahr
- 2008
- Typ
- kohorte
- Fundstelle
- Lasers Surg Med 40(9):595-604
- DOI
- 10.1002/lsm.20719
- PMID
- 18951424
Design
Präklinische Tierstudie am Schweinemodell (Black-Yucatan-Schweine). Kontrollierte, lokale Hautkühlung von Testarealen bei Temperaturen zwischen +20 und −8 Grad Celsius über zehn Minuten. Untersuchung und Histologie zu mehreren Zeitpunkten (unmittelbar sowie nach 1, 2, 7, 14 und 28 Tagen), ein Tier über 3,5 Monate nachbeobachtet.
Ergebnis
Die kontrollierte Kälteexposition löste eine lobuläre Pannikulitis (Entzündung des Unterhautfettgewebes) aus, gefolgt von einem allmählichen Verlust an Fettgewebe über den Beobachtungszeitraum von etwa 3,5 Monaten. Histologisch zeigten sich der Verlust von Fettzellen, lipidbeladene Entzündungszellen und eine Verdickung der Bindegewebssepten. Es fanden sich weder klinisch noch histologisch Hinweise auf eine Schädigung der darüberliegenden Haut, und es entstanden keine Narben. Die Serum-Blutfettwerte blieben normal. Damit belegt die Arbeit erstmals, dass gezielte Kälte selektiv Fettzellen schädigt und deren verzögerten Abbau über eine entzündliche Reaktion einleitet, ohne die Haut zu verletzen.
Nebenwirkungen
Im Schweinemodell traten eine vorübergehende Entzündung des Unterhautfettgewebes sowie eine passagere Rötung auf. Eine Schädigung der Haut oder Narbenbildung wurde ausdrücklich nicht beobachtet, die Blutfettwerte blieben unverändert. Da es sich um eine Tierstudie handelt, lassen sich Häufigkeit und Art der Nebenwirkungen beim Menschen aus dieser Arbeit nicht ableiten.
Dauerhaftigkeit
Die Arbeit trifft keine Aussage zur Beständigkeit des Ergebnisses beim Menschen. Sie beschreibt am Tiermodell den Abbau des Fettgewebes über einen Zeitraum von bis zu 3,5 Monaten, untersucht aber keine längerfristige Nachbeobachtung. Eine Aussage über die Haltbarkeit des Ergebnisses lässt sich auf diese Arbeit nicht stützen.
Zusammenfassung
Erstbeschreibung der selektiven Kryolyse, veröffentlicht 2008 in Lasers in Surgery and Medicine durch die Arbeitsgruppe um Dieter Manstein und R. Rox Anderson am Wellman Center for Photomedicine des Massachusetts General Hospital. Sie ist die Grundlagenarbeit, aus der das später als Kryolipolyse vermarktete Verfahren hervorging. Am Schweinemodell wurde gezeigt, dass eine kontrollierte, örtlich begrenzte Kühlung Fettzellen selektiv schädigt, während die darüberliegende Haut unversehrt bleibt. Der beschriebene Wirkmechanismus verläuft nicht sofort, sondern verzögert: Auf die Kälteeinwirkung folgt eine entzündliche Reaktion des Fettgewebes (lobuläre Pannikulitis), in deren Verlauf die geschädigten Fettzellen über Wochen bis Monate abgebaut werden. Histologisch bildeten sich lipidbeladene Entzündungszellen und verdickte Bindegewebssepten, während die Zahl der Fettzellen allmählich abnahm. Die Blutfettwerte blieben normal, Narben entstanden nicht. Die Autoren werten das Verfahren als vielversprechenden Ansatz zur nichtinvasiven Fettreduktion, der weiterer Untersuchung bedarf. Aussagen zur Wirksamkeit oder Dauerhaftigkeit beim Menschen enthält die Arbeit nicht.
Volltext
Zugang kostenpflichtig über onlinelibrary.wiley.com. Abstract frei über PubMed (PMID 18951424). Beschaffung offen.