- Autoren
- Schmidt RF, Lang F, Heckmann M (Hrsg.)
- Typ
- review
- Fundstelle
- Springer, Berlin/Heidelberg. Kapitel Herz-Kreislauf-System, Abschnitt Mikrozirkulation und Lymphgefäßsystem (Bau und Antrieb der Lymphgefäße, Lymphbildung, Rücktransport von Flüssigkeit und Eiweiß, Ductus thoracicus und Ductus lymphaticus dexter). Weiter genutzt: Fettresorption über die Darmlymphe im Kapitel Ernährung und Verdauung sowie die Filterfunktion der Lymphknoten im Kapitel Abwehr. Ferner genutzt aus den Kapiteln Ernährung und Verdauung sowie Energiehaushalt: die Verdauung und Resorption der Nährstoffe, die mikrobielle Vergärung unverdauter Reste im Dickdarm mit Gasbildung, das enterische Nervensystem (Darmnervensystem) und die Darmmotilität, der Grundumsatz und der Energieverbrauch der Gewebe in Ruhe sowie der Eiweiß- und Fettstoffwechsel. Genaue Auflage und Seite nach Ausgabe.
Design
Standardlehrbuch der Physiologie
Ergebnis
Genutzte Physiologie-Kernaussagen zum Lymphsystem: Das Lymphgefäßsystem ist ein zusätzliches Abflusssystem neben den Venen; es führt interstitielle Flüssigkeit und großmolekulare Stoffe, die die Blutkapillaren nicht zurücknehmen, über die Lymphgefäße in das venöse Blut zurück (Drainagefunktion). Etwa die Hälfte des Eiweißes, das die Blutkapillaren verlässt, kann nur über die Lymphe abfließen. Täglich entstehen rund zwei Liter wasserklare Lymphe; sie enthält Gerinnungsfaktoren und kann außerhalb des Körpers gerinnen. Lymphkapillaren beginnen blind im Gewebe, sind dünnwandig und nehmen auch größere Bruchstücke, Zelltrümmer und Fremdpartikel (etwa Staub aus der Atemluft) auf. Größere Lymphgefäße besitzen Klappen, die den Strom nur in eine Richtung durchlassen, und eine glatte Muskulatur, deren rhythmische Kontraktionen die Lymphe abschnittsweise weiterschieben. Eine zentrale Pumpe wie das Herz gibt es nicht; der Strom entsteht überwiegend durch Druck von außen: Kontraktion der Skelettmuskulatur (Muskelpumpe), Pulsation benachbarter Arterien und Atembewegungen. Unter Muskelarbeit steigt der Lymphstrom auf ein Mehrfaches des Ruhewertes. Das aus der Nahrung aufgenommene Fett (Chylomikronen) gelangt zunächst über die Lymphe der Darmwand und den Ductus thoracicus in das Blut, nicht auf direktem Weg über die Pfortader. Lymphknoten wirken als Filterstationen; die Lymphe durchläuft vor der Rückkehr ins Blut mindestens einen Knoten, dessen weit verzweigte Sinus den Fluss bremsen und Zelltrümmer sowie Fremdstoffe zurückhalten; Makrophagen bauen abgestorbenes Material und Fremdkörper durch Phagozytose ab. Der Abfluss sammelt sich in immer größeren Stämmen und mündet über den Ductus thoracicus am linken Venenwinkel sowie über den Ductus lymphaticus dexter am rechten Venenwinkel in das venöse System. Aus den Kapiteln zu Verdauung und Energiehaushalt sind ferner belegt: Ein Teil der Nahrung erreicht den Dickdarm unverdaut und wird dort von Bakterien vergoren, wobei Gas entsteht. Der Darm besitzt ein eigenes Nervengeflecht, das enterische Nervensystem, das den Takt der Darmbewegung vorgibt und mit dem Gehirn in Verbindung steht. Muskelgewebe verbraucht auch in Ruhe Energie, Fettgewebe dagegen kaum, weshalb der Muskelanteil den Grundumsatz mitbestimmt. Bei anhaltendem Energiemangel senkt der Körper seinen Ruheverbrauch und baut neben Fett auch Eiweiß aus der Muskulatur ab.
Nebenwirkungen
Nicht Gegenstand dieser Quelle - sie beschreibt Physiologie, keine Anwendung.
Dauerhaftigkeit
Nicht Gegenstand dieser Quelle - sie beschreibt Physiologie, keine Anwendung.
Zusammenfassung
Umfassendes Standardlehrbuch der Physiologie für das Medizinstudium, herausgegeben von Robert F. Schmidt, Florian Lang und Manfred Heckmann und erschienen bei Springer. Das Werk stellt die normale Funktion des menschlichen Körpers dar; das Lymphgefäßsystem wird im Rahmen des Herz-Kreislauf-Kapitels (Mikrozirkulation) sowie in den Kapiteln zu Verdauung und Abwehr behandelt. Für den Artikel dient das Buch als Beleg der physiologischen Grundlagen des Lymphsystems: das Lymphgefäßsystem als zweites Abflusssystem neben den Venen, die tägliche Bildung von rund zwei Litern Lymphe, den Rücktransport von Flüssigkeit und Eiweiß (etwa die Hälfte des aus den Blutkapillaren austretenden Eiweißes kehrt nur über die Lymphe zurück), die dünnwandigen, blind beginnenden Lymphkapillaren, die Klappen und die glattmuskuläre Eigenkontraktion der Lymphgefäße, das Fehlen einer zentralen Pumpe und den Antrieb durch Druck von außen (Muskelpumpe, Arterienpuls, Atmung) mit dem Anstieg des Lymphstroms auf ein Mehrfaches unter Muskelarbeit, die Aufnahme des Nahrungsfetts über die Darmlymphe und den Ductus thoracicus, die Filterfunktion der Lymphknoten sowie den Rückfluss über den Ductus thoracicus und den Ductus lymphaticus dexter in das venöse System. Die Quelle beschreibt ausschließlich die normale Körperphysiologie. Über das Lymphsystem hinaus dient das Buch dem Projekt als Beleg weiterer physiologischer Grundlagen, die in den Stufen-Artikeln zitiert werden: des Energiehaushalts und Grundumsatzes (Muskelgewebe verbraucht auch in Ruhe Energie, Fettgewebe kaum), des Eiweiß- und Fettstoffwechsels, der Verdauung samt mikrobieller Vergärung im Dickdarm und des enterischen Nervensystems mit seiner Steuerung der Darmbewegung. Sie trifft keine Aussage zu einer Anwendung, zu Nebenwirkungen oder zur Dauerhaftigkeit eines Behandlungsergebnisses und dient den Artikeln allein als Beleg der zitierten physiologischen Sachverhalte.
Volltext
Standardlehrbuch der Physiologie; als gedrucktes Buch und als E-Book im Buchhandel und in medizinischen Bibliotheken verfügbar. Da keine bestimmte Ausgabe zugrunde gelegt ist, bleiben Auflage, Seite und ISBN offen (genaue Auflage und Seite nach Ausgabe).