Das Feierabendglas ist meist ein Ritual, das den Schnitt zwischen Arbeit und Abend markiert und fest an Uhrzeit, Ort und Stimmung gekoppelt ist. Der Griff läuft automatisch, angestoßen von der Situation, bevor eine Entscheidung fällt. Die Hypnose nach OMNI setzt an dem an, wofür das Glas einmal eingesprungen ist, am Wunsch nach Abschalten, Belohnung oder einem klaren Feierabend, und gibt dem Übergang eine neue Form. Aus dem automatischen Eingießen wird wieder eine Wahl. Wie viele Sitzungen es braucht, hängt vom Anliegen ab; oft beginnt die Veränderung schon in der ersten.
Kurz nach sechs, die Tür fällt ins Schloss, die Jacke hängt am Haken, und ohne dass ein Gedanke vorausgeht, steht das Glas schon auf der Anrichte. Für viele ist das der verlässlichste Moment des Tages. Das Feierabendglas ist selten Durst und selten Genuss allein. Es ist ein Zeichen, ein Schnitt, mit dem der Arbeitstag endet und der Abend beginnt. Genau darum lässt es sich so schwer weglassen, und genau darum lohnt es sich, einmal hinzusehen, was der Griff eigentlich erledigt.
Warum greift man abends automatisch zum Glas?
Weil es ein Ritual ist, und Rituale laufen von selbst. Über viele Abende hat sich der Griff an feste Marken gekoppelt, an die Uhrzeit, den Ort, den Klang des Feierabends. Irgendwann genügt die Situation, und die Hand ist schneller als der Vorsatz. Das Unterbewusstsein hat gelernt, dass hier ein Glas folgt, und es stellt es bereit, lange bevor der bewusste Verstand mitreden kann. Deshalb hilft es wenig, sich am Morgen vorzunehmen, heute nichts zu trinken. Am Abend entscheidet die eingeübte Marke, nicht der Vorsatz vom Morgen.
Wofür springt das Glas eigentlich ein?
Fast nie für den Geschmack. Meist steht das Glas für den Übergang selbst, für das Signal an Körper und Kopf, dass jetzt Schluss ist. Bei dem einen ist es die Belohnung nach einem langen Tag, bei der anderen der einzige Moment, in dem niemand etwas will. Manchmal überbrückt es die Leere, die entsteht, wenn die Aufgaben des Tages plötzlich wegfallen. Solange dieser Übergang nur über das Glas gelingt, bleibt der Griff notwendig. Das ist die Stelle, an der sich etwas ändern lässt, und das bloße Zählen der Gläser geht daran vorbei. Wer den Grund kennt, versteht auch, warum das Glas an manchen Abenden fast von selbst stehen bleibt und an anderen unbedingt sein muss. Es kommt weniger auf den Tag an als auf das, was der Übergang gerade zu leisten hat.
Warum reicht ein Verbot nicht?
Weil ein Verbot ein Loch hinterlässt. Wer sich das Glas nur streicht, hat den Übergang noch immer nicht, für den es stand. Der Wille kann den Griff eine Weile aufhalten, doch er arbeitet im bewussten Verstand, während das Ritual im Unterbewusstsein läuft. Dazwischen sitzt der kritische Faktor, der neue Vorsätze abweist, weil sie nicht zum Gewohnten passen. Am Abend, müde und runtergefahren, gewinnt darum meist die alte Marke. Ein Verbot bekämpft das Symptom und lässt den Grund stehen.
Was macht die Hypnose nach OMNI daraus?
Sie setzt am Übergang an, nicht am Glas. In der Hypnose tritt der prüfende Verstand für eine Weile beiseite, und die Arbeit erreicht die Ebene, auf der das Ritual läuft. OMNI geht dabei ursachenorientiert vor und schaut, wofür das Glas einmal eingesprungen ist. Ist dieser Grund gelöst, bekommt der Feierabend eine neue Form, die ohne das automatische Eingießen auskommt. An die Stelle des alten Griffs tritt ein ruhigerer Übergang, den Sie selbst mitgestalten. Sie bleiben die ganze Zeit ansprechbar und behalten das letzte Wort. Wie sich ein Muster grundsätzlich umbauen lässt, zeigt Wie ändert man Gewohnheiten.
Was tritt an die Stelle des Glases?
Ein Übergang braucht eine Form, und die lässt sich wählen. Für den einen ist es die erste bewusste halbe Stunde zu Hause, für die andere ein kurzer Gang um den Block, ein Tee, ein Handgriff, der den Tag hörbar beendet. In der Hypnose wird ein solcher neuer Ablauf eingeübt und mit dem Feierabend verknüpft, bis er von selbst greift, so wie früher der Griff zum Glas. Wichtig ist, dass der neue Übergang dasselbe leistet, das Abschalten, den Schnitt, die Belohnung, nur ohne den Beigeschmack am Morgen danach. Wer möchte, nimmt Techniken der Selbsthypnose mit und stellt sich den Feierabend selbst her, an jedem Abend neu. So bleibt kein Loch, wo vorher das Glas stand, weil an seine Stelle ein Abend tritt, der bewusst beginnt.
Was bleibt, wenn der Übergang anders gelingt?
Ein Abend, der wieder einem selbst gehört. Der Feierabend beginnt trotzdem, nur ohne den Automatismus, der ihn bisher eingeläutet hat. Viele merken zuerst die Kleinigkeiten, den klaren Kopf am späten Abend, den besseren Schlaf, den Morgen ohne den leisen Rest vom Vorabend. Und sie merken, dass der Übergang trotzdem stattfindet, weil er längst eine andere Form gefunden hat.
Für wen passt dieser Weg?
Für Menschen, die ihr Abendritual satthaben und es verändern möchten, ohne täglich dagegen anzukämpfen. Vielleicht stört der leise Rest am Morgen, vielleicht der Gedanke, dass das Glas selbstverständlicher geworden ist, als es sein sollte, vielleicht auch nur der Wunsch, den Abend wieder bewusster zu erleben. In all diesen Fällen geht es um eine Gewohnheit, und Gewohnheiten lassen sich umbauen. Der Weg beginnt mit einem Gespräch, in dem wir klären, was das Glas für Sie erledigt und welcher Übergang an seine Stelle treten soll. Danach folgt die eigentliche Arbeit in der Hypnose, eine Session von zwei bis vier Stunden für dieses eine Anliegen; wie viele Sitzungen es braucht, hängt vom Anliegen ab, und oft beginnt die Veränderung schon in der ersten. Wer möchte, übt anschließend mit Selbsthypnose weiter und hält den neuen Feierabend selbst in Form. Ein langes Programm braucht es dafür meist nicht, weil an einem klaren Muster gearbeitet wird und nicht an einem diffusen Vorsatz.
Häufige Fragen
Ich trinke doch nur ein, zwei Gläser, ist das ein Problem?
Für die Frage, ob sich das Ablegen lohnt, zählt weniger die Menge als der Automatismus. Wenn der Griff von selbst kommt und ein Abend ohne sich merkwürdig anfühlt, ist es eine Gewohnheit, an der sich gut arbeiten lässt.
Verliere ich damit den schönen Moment am Abend?
Im Gegenteil. Der Moment bleibt, er bekommt nur einen anderen Träger. Was das Glas bisher markiert hat, den Schnitt, die Ruhe, die Belohnung, lässt sich auch anders herstellen, und meist bewusster als vorher.
Wie schnell merke ich einen Unterschied?
Oft schon an den ersten Abenden, weil der Griff seinen Automatismus verliert. Wie fest das neue Ritual sitzt, wächst dann über die folgenden Wochen, in denen Sie es selbst wiederholen und ihm Ihre eigene Form geben.
Was, wenn ich merke, dass es mehr ist als eine Gewohnheit?
Dann ist das ein wichtiges Signal, dem man nachgehen sollte. Woran sich eine Gewohnheit von etwas Größerem unterscheidet, führt der Beitrag Wann ist Alkohol eine Gewohnheit und wann eine Sache für den Arzt aus.