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Ist Cellulite ein Fall für Kryolipolyse?

Cellulite ist eine Frage der Struktur unter der Haut; die Kälte arbeitet am Fettpolster, die dellige Oberfläche hat eine andere Ursache.

Stand der inhaltlichen Prüfung: · Grundlage: Anatomie und Entstehung der Cellulite — Bindegewebsstruktur, Fettkammern und der geschlechtsspezifische Verlauf der Fasern; Mechanik des Kälteaufsatzes; keine gerätebezogene Wirkstudie.

Cellulite ist kein Fall für Kryolipolyse. Die Dellen an Oberschenkeln und Po entstehen durch feste Fasern im Bindegewebe, die die Haut nach unten ziehen, während sich das Fett in den Kammern dazwischen wölbt. Kälte verringert ein umgrenztes Fettpolster, an diesem Muster ändert das wenig, weil seine Ursache in der Struktur liegt und nicht in der Fettmenge allein. Cellulite ist keine Krankheit und tritt auch bei schlanken Frauen auf. Sitzt an einer Stelle neben den Dellen ein greifbares Polster, kann die Kälte an dessen Kontur ansetzen; die dellige Oberfläche bleibt davon unberührt.

Die Dellen an Oberschenkeln und Po bleiben, auch wenn das Polster darunter kleiner wird. Sie kommen nicht aus der Menge Fett, sondern aus dem Bau der Haut an dieser Stelle. Feste Stränge im Bindegewebe ziehen die Haut punktuell nach unten, während sich das Fett in den Kammern dazwischen nach oben wölbt. So entsteht die dellige Oberfläche, die man umgangssprachlich Orangenhaut nennt. Wer sie mit Kälte an einem Fettpolster angehen will, setzt an der falschen Stelle an.

Was steckt hinter den Dellen der Cellulite?

Hinter den Dellen steckt der Aufbau des Bindegewebes unter der Haut. Mit der Menge Fett hat das wenig zu tun. Unter der Oberhaut liegt das Fett in kleinen Kammern, und zwischen diesen Kammern spannen sich Fasern, die die Haut mit dem Gewebe darunter verbinden. Bei vielen Frauen stehen diese Fasern eher senkrecht. Sie halten die Haut an Punkten fest, während sich das Fett dazwischen nach oben drückt. Daraus wird das Muster aus Einziehungen und kleinen Wölbungen. Bei Männern verlaufen die Fasern häufiger schräg und netzartig, und die Haut ist dort dicker. Darum zeigt sich Cellulite fast nur bei Frauen, vor allem an Oberschenkeln, Po und Hüften. Eine Krankheit ist das nicht. Es ist eine sehr verbreitete Eigenart des weiblichen Bindegewebes. Mit den Jahren wird die Haut dünner, die Fasern geben nach, und das Muster tritt oft deutlicher hervor.

Warum glättet die Kälte die Dellen nicht?

Die Kälte verringert ein umgrenztes Fettpolster, an der delligen Oberfläche ändert das wenig. Der Grund liegt in den Strängen, die die Haut nach unten ziehen. Diese Stränge bleiben, auch wenn die Fettkammer darunter etwas kleiner wird. Solange sie die Haut an denselben Punkten festhalten, bleibt das Muster aus Einziehung und Wölbung erhalten. Wird das Polster insgesamt flacher, sinkt bei manchen die Höhe der Wölbungen ein wenig ein, doch die Dellen an sich verschwinden dadurch nicht. Bei stärkerem Fettverlust kann eine dellige Stelle sogar unruhiger wirken, weil die Haut weniger von unten gefüllt ist. Die Kälte fasst das Fett, sie fasst nicht die Fasern. Und die Fasern sind es, die die Dellen machen.

Ist Cellulite dann eine Frage des Gewichts?

Nein, Cellulite tritt auch bei schlanken Frauen auf und fehlt bei manchen kräftigen. Das Gewicht kann beeinflussen, wie stark das Muster hervortritt, weil mehr Fett die Kammern voller macht und die Wölbungen anhebt. Ob sich die Dellen bilden, entscheidet die Struktur darunter, und daran ändert der Umfang nichts. Deshalb finden sich glatte Oberschenkel bei fülligen Frauen und deutliche Dellen bei sehr schlanken. Wer abnimmt, sieht die Dellen manchmal schwächer und manchmal unverändert, je nachdem, wie fest die Fasern ziehen und wie die Haut nachgibt. Ein verlässlicher Weg, sie über das Gewicht loszuwerden, ist das nicht. Zwei Frauen mit demselben Umfang können an dieser Stelle sehr verschieden aussehen.

Woran erkennt man, wie ausgeprägt die Cellulite ist?

Wie ausgeprägt die Cellulite ist, zeigt sich daran, ob die Dellen von selbst sichtbar sind oder erst, wenn man die Haut zusammendrückt. Bei der leichten Form sieht man im Stehen glatte Haut, und die Dellen treten erst hervor, wenn man eine Falte zwischen den Fingern zusammenschiebt. Bei der mittleren Form sind sie im Stehen zu sehen und verschwinden im Liegen, weil sich die Haut dann glatt zieht. Bei der ausgeprägten Form bleiben sie auch im Liegen. Diese grobe Staffelung sagt etwas darüber, wie fest die Fasern ziehen und wie dünn die Haut geworden ist. Für die Frage nach der Kälte ändert sie nichts, denn in jeder Stufe sitzt die Ursache in der Struktur. Sie hilft aber, die eigene Erwartung einzuordnen, bevor man einer Anwendung zuschreibt, was sie nicht leisten kann.

Spielen Hormone und Alter eine Rolle?

Ja, Cellulite hängt an weiblichen Hormonen und wird mit dem Alter oft deutlicher. Das Muster tritt bei vielen erst ab der Pubertät auf, weil sich unter dem Einfluss der Hormone Fett an Oberschenkeln, Po und Hüften anlegt und das Bindegewebe dort nachgiebiger ist. In der Schwangerschaft und in den Wechseljahren verschiebt sich das Bild noch einmal, wenn sich Fettverteilung und Spannung der Haut ändern. Mit den Jahren wird die Haut zudem dünner und verliert an Festigkeit, und was darunter liegt, zeichnet sich stärker ab. Deshalb kann dieselbe Frau mit dreißig kaum etwas sehen und mit fünfzig ein deutliches Muster. Das liegt am gewöhnlichen Lauf des Gewebes. Mit nachlassender Mühe hat es nichts zu tun. Eine Anwendung an einem Fettpolster greift in keinen dieser Vorgänge ein.

Worin unterscheidet sich Cellulite von lockerer Haut?

Cellulite ist ein Dellenmuster bei meist vorhandenem Fett, lockere Haut ist eine Hülle, die nach einem Volumenverlust nicht zurückgegangen ist. Die beiden werden oft verwechselt, weil beides die Oberfläche uneben macht. Bei der Cellulite zieht die Struktur die Haut ein, und das Fett ist da. Bei lockerer Haut fehlt die Spannung, weil viel Volumen gewichen ist und die Haut sich nicht wieder zusammengezogen hat. An den Innenseiten der Oberschenkel und an den Oberarmen kommt beides zusammen vor. Für die Frage nach der Kälte zählt der Unterschied, denn keines von beiden ist ein greifbares Polster, an dem ein Aufsatz arbeiten könnte. Was lockere Haut ausmacht und was sie fester wirken lässt, steht im eigenen Text dazu.

Wann sitzt an derselben Stelle doch ein Polster für die Kälte?

Manchmal liegt unter oder neben der delligen Haut ein festes, greifbares Fettpolster, und dann ist das eine vom anderen zu trennen. An der Außenseite der Oberschenkel, den sogenannten Reiterhosen, sitzt oft ein umschriebenes Polster, das sich zwischen den Fingern abheben lässt. Auf eine solche Falte kann ein Aufsatz ansetzen und die Kontur an dieser Stelle formen. Die dellige Oberfläche darüber bleibt davon, wie sie ist. An einer Stelle lassen sich also zwei Dinge finden: ein Polster, das die Kälte fassen kann, und ein Muster, das sie nicht angeht. Wer beides hat, sollte wissen, welches der beiden ihn stört. Stört das Volumen des Polsters, kann die Stelle ein Fall für den Aufsatz sein; stören die Dellen, führt die Kälte nicht weiter. Wie viel sich an einem geeigneten Polster überhaupt messen lässt, steht im Beitrag zur Studienlage, nicht hier.

Lässt sich Cellulite zuverlässig entfernen?

Die Dellen haben ihre Ursache in der Struktur des Bindegewebes; dort setzt die Kälte nicht an. Viele Angebote versprechen glatte Haut, von Cremes über Massagerollen bis zu Geräten, und die Ergebnisse fallen meist gering aus und halten nur kurz. Das liegt an der Ursache: Solange die Fasern die Haut an denselben Punkten halten, kehrt das Muster zurück. Manches lässt die Haut für Stunden praller wirken, etwa weil Wasser verschoben wird, doch an der Struktur ändert das nichts. Ein nüchterner Umgang mit dem Thema beginnt mit dieser Einordnung. Wer ein Angebot hört, das glatte Oberschenkel in Aussicht stellt, darf nach dem Beleg fragen. Auch die Kälte setzt an einem Fettpolster an und lässt ein Dellenmuster unberührt.

Grenzen

Dieser Beitrag erklärt, warum die Dellen aus der Struktur kommen und nicht aus der Fettmenge allein. Er sagt nicht, wie sich Cellulite bei einer einzelnen Frau darstellt, denn das Muster ist von Person zu Person verschieden und wechselt mit dem Alter, der Haut und der Anlage. Ob an einer Stelle neben den Dellen ein greifbares Polster sitzt, das ein Aufsatz fassen könnte, entscheidet sich am Griff und an der Messung vor Ort, nicht aus der Ferne. Der Text bewertet auch keine Creme, keine Massage und kein Gerät, das gegen die Dellen angeboten wird. Er ordnet allein ein, was die Kälte an einem Fettpolster tut und was die dellige Oberfläche davon unberührt lässt.

Unsere Einschätzung

Wer die Dellen an Oberschenkeln und Po loswerden will, sollte von der Kälte an einem Fettpolster wenig für die Oberfläche erwarten. Cellulite sitzt in der Struktur unter der Haut, und dort ändert ein kleineres Polster wenig. Für die Frau, die abnehmen will, trennt das zwei Dinge sauber. Das eine ist ein greifbares Depot, das seit Jahren an einer Stelle bleibt; daran kann die Kälte ansetzen und früh etwas Sichtbares an der Kontur liefern. Das andere ist das dellige Muster, das die Anlage vorgibt und das über eine Anwendung an einer Stelle nicht entschieden wird. Beides in einen Topf zu werfen, führt zu Enttäuschung, obwohl die Anwendung getan hätte, was sie kann. Die Kälte steht am Anfang des Weges, weil sie das Schnellste liefert. Über die Dellen entscheidet sie nicht.

Häufige Fragen

Verschwinden die Dellen durch Kryolipolyse?

Nein. Die Kälte verringert ein Fettpolster, die Dellen kommen aber aus den Fasern im Bindegewebe, und die bleiben. An einer delligen Stelle ohne greifbares Polster findet ein Aufsatz ohnehin nichts, was er fassen könnte.

Wird Cellulite nach dem Abnehmen besser?

Manchmal etwas, manchmal gar nicht. Weniger Fett kann die Wölbungen zwischen den Strängen absenken, sodass das Muster schwächer wirkt. Bei lockerer Haut oder stark ziehenden Fasern bleibt es sichtbar oder tritt sogar deutlicher hervor. Verlässlich steuern lässt sich das nicht.

Ist Cellulite ein Zeichen von Übergewicht?

Nein. Cellulite kommt bei schlanken wie bei kräftigen Frauen vor, weil sie von der Struktur des Bindegewebes abhängt und nicht vom Gewicht. Viele sehr schlanke Frauen haben Dellen an Oberschenkeln und Po.

Was ist der Unterschied zwischen Cellulite und lockerer Haut?

Cellulite ist ein Dellenmuster bei vorhandenem Fett; lockere Haut ist eine Hülle, die sich nach einem Volumenverlust nicht wieder zusammengezogen hat. Beides macht die Oberfläche uneben, hat aber verschiedene Ursachen. Für die Kälte kommt keines von beiden in Betracht, weil beide kein greifbares Fettpolster sind.

Kann Kryolipolyse Cellulite verschlimmern?

In der Regel nicht, doch bei stärkerem Fettverlust kann eine dellige Stelle vorübergehend unruhiger wirken, weil weniger Fett die Haut von unten füllt. Das hängt an der einzelnen Stelle. Ob die Kälte dort überhaupt in Frage kommt, klärt der Fit Call.

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