Die Tür

Kann Kryolipolyse die Haut straffen?

Kryolipolyse formt ein Fettpolster unter der Haut; die Festigkeit der Haut selbst liegt in deren eigenem Gewebe.

Stand der inhaltlichen Prüfung: · Grundlage: Physiologische Grundlagen der Hautfestigkeit als Lehrbuchwissen; Abgrenzung des Wirkorts der Kälte auf das Fettgewebe statt auf das Bindegewebe der Haut. Keine Wirkaussage über die eigene Leistung.

Kryolipolyse formt ein Fettpolster, indem Kälte einen Teil der Fettzellen abkühlt und der Körper sie über Wochen abbaut. Die Festigkeit der Haut sitzt in deren eigenem Gewebe, und dieses Gewebe rührt die Kälte nicht an. Wenn eine Stelle nach Wochen straffer aussieht, hat sich die Haut nach dem Abbau von allein an die kleinere Form gelegt: Das ist Eigenarbeit der Haut, nicht die Wirkung der Kälte. Wer vor allem eine lockere, hängende Haut stört, ist bei der Kälte an der falschen Stelle.

Kryolipolyse formt ein Fettpolster, sie strafft keine Haut. Die Kälte greift das Fett unter der Haut, nicht das Gewebe, das die Haut fest oder locker macht. Wer die Form an einer Stelle ändern will, ist damit richtig. Wer eine hängende, lockere Haut stört, sucht ein anderes Mittel. Die beiden Fragen laufen oft zusammen, weil sie am selben Fleck sitzen, doch sie haben getrennte Antworten.

Was heißt Hautstraffung überhaupt?

Straffen heißt, an der Haut selbst zu arbeiten, und genau das tut die Kälte nicht. Ob eine Haut straff wirkt oder nachgibt, entscheidet ihr eigenes Gewebe, die Fasern, die ihr Spannung geben. Etwas zu straffen bedeutet, an diesem Gewebe anzusetzen, damit es die Haut wieder enger führt. Das ist eine andere Aufgabe, als ein Fettpolster kleiner zu machen. Die Kälte nimmt das Fett unter der Haut; sie fasst nicht die Haut. Anwendungen, die eine Haut straffen sollen, setzen deshalb an der Haut selbst an, über Wärme oder einen Reiz, der ihr Gewebe zusammenziehen soll. Die Kälte geht keinen dieser Wege. Sie kühlt, und sie zielt eine Schicht tiefer, als eine Straffung ansetzen müsste.

Wo liegt der Unterschied zwischen Kontur und Straffung?

Die Kontur ist die Form einer Stelle, die Straffung ist die Spannung der Haut darüber. Wird ein Polster kleiner, ändert sich die Kontur: die Stelle wölbt sich weniger, die Linie wird flacher. Das kommt von unten, aus dem Fett, das weniger wird. Die Spannung dagegen sitzt in der Haut und entscheidet, ob die Oberfläche glatt anliegt oder locker fällt. Beides kann zusammen auftreten und wird darum leicht verwechselt. Am eigenen Körper lässt sich das grob unterscheiden. Was sich zwischen den Fingern fassen und abheben lässt, ist meist Fett und damit Kontur. Wo die Haut glatt bleibt und sich nur in Falten schieben lässt, geht es um ihre Spannung. Eine flachere Stelle sieht oft straffer aus, auch wenn sich an der Haut nichts geändert hat. Der Aufsatz arbeitet an der Kontur, weil er Fett fasst. An der Spannung der Haut arbeitet er nicht. Wer beides auseinanderhält, sieht klarer, was die Kälte an einer Stelle ausrichtet und was nicht.

Warum kann die Kälte die Haut nicht straffen?

Die Kälte trifft das Fett und lässt das Fasergerüst der Haut unberührt. Sie ist darauf ausgelegt, das Fett unter der Haut zu kühlen und die Haut dabei zu schonen. Dieselbe Schonung, die die Haut vor einem Kälteschaden bewahrt, hält sie auch aus jeder Wirkung heraus. Was man nicht anrührt, wird nicht fester. Dazu kommt die Richtung. Eine Straffung setzt darauf, das Gewebe der Haut zu reizen, damit es sich zusammenzieht; häufig über Wärme. Die Kälte geht den umgekehrten Weg, sie erwärmt nichts und regt nichts an. Wer von ihr eine festere Haut erwartet, erwartet eine Wirkung an der falschen Stelle und über einen Weg, den die Kälte nicht nimmt.

Warum liest man, Kryolipolyse strafft die Haut?

In der Werbung steht das Wort, weil eine flachere Stelle nach Wochen straffer aussieht. Ist das Fett abgebaut, liegt die Haut über weniger Masse, die Kontur wirkt glatter, und dieser Eindruck wird als Straffung verkauft. Gemeint ist dann die Form darunter. Die Haut selbst bleibt, wie sie war. Manche Bilder verstärken das, weil sie eine Stelle vor der Kälte und Wochen später zeigen, wenn das Polster schon weg ist. Was man sieht, ist weniger Volumen, nicht festere Haut. Dazu kommt, dass die Werbung das Wort locker benutzt und beides in einen Topf wirft, die Form und die Spannung der Haut. So entsteht die Erwartung, die Kälte hebe eine schlaffe Haut wieder an, und genau das kann sie nicht. Das Wort passt in eine Überschrift und trifft die Sache nicht. Wir sagen es hier, um den Unterschied deutlich zu machen, nicht, um ihn zu verwischen.

Warum wirkt eine Stelle nach der Kälte manchmal doch straffer?

Weil sich die Haut nach dem Abbau des Fetts von allein etwas zurückzieht, und das rechnet man leicht der Kälte zu. Geht unter der Haut Volumen weg, legt sie sich, so weit sie kann, an die kleinere Form an. Das Ergebnis kann glatter aussehen als vorher. Geleistet hat es die Haut, nicht die Kälte. Die Kälte hat das Fett genommen; das Nachziehen ist Eigenarbeit der Haut. Wie weit die Haut das schafft und wovon es abhängt, ist eine eigene Frage und im Beitrag über die Haut nach dem Fettverlust ausgeführt. Für die Frage nach der Straffung zählt hier nur, wem die Veränderung gehört. Sie gehört der Haut.

Kann eine Stelle nach der Kälte auch loser wirken?

Ja, das kommt vor. Folgt die Haut dem kleineren Volumen nicht, kann eine Stelle nach der Kälte tatsächlich loser wirken als zuvor. Ist ihre Rückstellkraft schon vorher gering und fällt darunter Fett weg, hat sie weniger, worüber sie sich spannt. Trotz weniger Fett wirkt die Stelle dann lockerer. Das trifft nicht jede, und meist bleibt es gering. Zur ehrlichen Rechnung gehört es trotzdem. Wer an einer Stelle schon eine nachgebende Haut hat, sollte das bedenken, ehe er das Fett darunter angeht. Der Grund ist einfach. Das Fett hat die Haut bisher von innen gefüllt und aufgespannt; fällt diese Fülle weg und die Haut kommt nicht mit, fehlt ihr die Stütze. Solche Fälle wägt der Fit Call ab, bevor eine Session überhaupt in Frage kommt.

Macht es einen Unterschied, an welcher Stelle die Frage steht?

Ja, denn wie viel Haut und wie viel Fett an einer Stelle zusammenkommen, ist überall anders. Über einem umschriebenen Polster, unter dem die Haut noch fest ist, folgt sie dem kleineren Volumen meist gut, und die Frage nach der Straffung stellt sich kaum. Anders liegt es dort, wo die Haut dünn ist und schon oft gedehnt war, etwa am Unterbauch nach einer Schwangerschaft oder an den Oberarmen nach einer starken Abnahme. Dort mischt sich lockere Haut mit einem Rest Fett, und beides fühlt sich beim Anheben ähnlich an. Nimmt die Kälte an einer solchen Stelle das wenige Fett, bleibt die lockere Haut zurück und tritt eher hervor. Ob die Straffung zum Thema wird oder das Fett, hängt darum weniger an der Anwendung als an der Stelle und ihrer Vorgeschichte.

Was, wenn vor allem lose Haut stört?

Wenn die lockere Haut das eigentliche Thema ist, ist die Kälte das falsche Werkzeug. Sie greift das Fett, und wo statt eines Polsters eine erschlaffte Haut liegt, findet sie nichts, woran sie ansetzt. Für eine Haut, die hängt, führen andere Wege weiter. Wer das klären will, ist bei einer Hautärztin oder einem Hautarzt richtig. Die Kälte für ein Hautthema zu empfehlen, wäre unredlich.

Grenzen

Dieser Beitrag trennt zwei Dinge, die leicht durcheinandergehen: das Fett und die Festigkeit der Haut. Wie viel sich eine bestimmte Haut nach dem Abbau zurückzieht, hängt am einzelnen Menschen und lässt sich vorher selten sicher sagen. Wie fest oder locker die Haut an einer Stelle ist, zeigt sich erst beim Griff mit der Hand vor Ort. Was im Einzelfall gegen eine Session spricht, gehört in den Fit Call.

Unsere Einschätzung

Wer abnehmen will, sollte das Fett und die Haut früh getrennt betrachten. Die Kälte nimmt an einer Stelle ein Polster weg und liefert damit etwas, das man bald sieht. Ob die Haut darüber straffer wird, entscheidet sie selbst, nach Regeln, die vor dem ersten Versuch feststehen. Kryolipolyse strafft nichts, sie formt. Das ist weniger, als sich mancher erhofft, und ehrlicher, wenn man es vorher sagt. Wer eine festere Haut zum Ziel hat, findet sie bei der Kälte nicht und verliert an der falschen Stelle nur Zeit. An der Tür steht das Sichtbare, der Anfang; ob am Ende alles zusammenpasst, entscheidet sich über die Zeit. Eine Haut, die stört, hat ihren eigenen Weg, und der beginnt nicht bei der Kälte.

Häufige Fragen

Ist Kryolipolyse eine Hautstraffung?

Nein. Sie formt ein Fettpolster unter der Haut, indem sie einen Teil der Fettzellen abkühlt. Die Festigkeit der Haut sitzt in deren eigenem Gewebe, und daran rührt die Kälte nicht.

Warum wirkt die Stelle nach einigen Wochen straffer?

Weil sich die Haut nach dem Abbau des Fetts von allein an die kleinere Form anlegt. Das ist Eigenarbeit der Haut, nicht die Wirkung der Kälte. Wie weit sie das schafft, steht im Beitrag über die Haut nach dem Fettverlust.

Kann ich die Kälte gegen erschlaffte Haut einsetzen?

Nein, dafür ist sie nicht gemacht. Die Kälte greift Fett, das sich fassen lässt; eine hängende Haut ohne Polster darunter erreicht sie nicht.

Lässt sich Kryolipolyse mit einer Hautstraffung verbinden?

Kryolipolyse strafft keine Haut, sie verändert nur das Fett darunter. Was für eine lockere Haut in Betracht kommt, ist eine andere Frage und liegt außerhalb unseres Angebots. Ob die Kälte an Ihrer Stelle überhaupt passt, sagt der Fit Call.

Wird die Haut durch die Kälte gedehnt oder beschädigt?

Nein. Die Haut bleibt bei der Session geschlossen, und die Kälte ist so eingestellt, dass sie das Fett trifft und die Haut schont. Sie kann für einige Wochen gerötet oder taub sein und erholt sich dann; fester oder lockerer macht die Kälte selbst sie nicht.

Verwandte Artikel