Stand der inhaltlichen Prüfung: · Grundlage: Eine Anwendungsbeobachtung an zehn Menschen über sechs Monate (Coleman 2009), eine fotografische Langzeitreihe an zwei Personen über sechs bis neun Jahre (Bernstein 2016), eine Übersicht von 19 Untersuchungen (Ingargiola 2015).
An der gekühlten Stelle abgebaute Fettzellen kommen dort nicht wieder. Ob das Ergebnis über die Jahre bleibt, hängt aber am Gewicht, denn die verbliebenen Zellen können sich wieder füllen und neues Fett kann sich einlagern. Die belastbaren Daten enden früh: Die längste kontrollierte Beobachtung am Menschen reicht sechs Monate [coleman-2009]. Darüber hinaus gibt es nur eine winzige fotografische Reihe von zwei Personen, deren Ergebnis nach sechs und neun Jahren noch zu sehen war [bernstein-2016]: Aus zwei Menschen lässt sich keine allgemeine Zusage ableiten. Belegt ist, dass das Ergebnis bleiben kann, wenn das Gewicht bleibt; für immer versprechen lässt es sich nicht.
Die Fettzellen, die an der gekühlten Stelle abgebaut wurden, kommen dort nicht zurück. Damit bleibt das Ergebnis aber nicht von allein. An derselben Stelle kann sich neues Fett einlagern, wenn das Gewicht steigt, und die Zellen, die übrig geblieben sind, füllen sich dann wieder. Das Ergebnis hält, solange das Gewicht hält. Und wie es über die Jahre aussieht, hat kaum jemand über so lange Zeit nachgemessen.
Kommen die abgebauten Fettzellen an der Stelle zurück?
Nein, die an der gekühlten Stelle abgebauten Fettzellen kommen dort nicht wieder. Die Kälte stößt einen langsamen Zelltod an, und was einmal abgeräumt ist, baut der Körper an dieser Stelle nicht neu auf. Erwachsene legen kaum neue Fettzellen an. Ihre Zahl bleibt über weite Strecken des Lebens ungefähr gleich, und wo welche verschwinden, wächst keine frische Reihe nach. Deshalb sitzt der Effekt örtlich. Er trifft die Zellen, die unter dem Aufsatz lagen, und keine anderen. So weit reicht das Gesicherte, und es gilt nur für die Zellen, die weg sind. Wie die Stelle über die Jahre aussieht, entscheidet sich an den Zellen, die geblieben sind.
Wovon hängt ab, ob das Ergebnis bleibt?
Ob das Ergebnis bleibt, hängt vor allem am Gewicht. An der gekühlten Stelle sitzen nach dem Abbau weniger Fettzellen als vorher. Die, die übrig sind, verschwinden nicht, sie schrumpfen und wachsen mit dem Rest des Körpers. Nimmt jemand über die Jahre zu, füllen sich diese Zellen wieder, und auch an der gekühlten Stelle wird es dann mehr. Nimmt das Gewicht ab, gibt das Gewebe dort wie überall nach. Das Ergebnis verschwindet nicht von selbst, es verschiebt sich mit dem Gewicht. Wer die Kälte einsetzt und danach deutlich zunimmt, sieht von der örtlichen Abnahme wenig. Wer sein Gewicht hält, hat die besseren Aussichten, dass die Stelle so bleibt, wie sie nach den Wochen des Abbaus geworden ist.
Kann sich an derselben Stelle wieder Fett bilden?
Ja, an derselben Stelle kann sich wieder Fett ansammeln, wenn das Gewicht steigt. Weniger Fettzellen heißt nicht keine Fettzellen. Die verbliebenen füllen sich wie jede andere Zelle im Körper, und bei einer Gewichtszunahme tun sie das auch. Der Unterschied ist, dass an der gekühlten Stelle weniger Zellen bereitstehen, die sich füllen können. Ganz verschwindet die Stelle als Fettdepot also nicht. Sie ist dünner besetzt. Wie sich das über die Jahre auswirkt, wenn das Gewicht schwankt, ist nicht sauber untersucht. Klar ist nur die Richtung. Die abgebauten Zellen fehlen dort, die übrigen reagieren weiter auf das, was der ganze Körper tut.
Bleibt an der gekühlten Stelle ein Vorteil, wenn ich zunehme?
Möglich, sicher ist es nicht. An der gekühlten Stelle sitzen weniger Fettzellen als zuvor, und bei einer Gewichtszunahme verteilt der Körper das Fett nach seinem eigenen Muster über viele Zellen. Wo weniger Zellen liegen, fällt der Zuwachs an dieser Stelle unter Umständen geringer aus als ringsum. Ein fester Schutz ist das nicht. Wer stark zunimmt, füllt auch die wenigen verbliebenen Zellen, und ein einzelnes Depot fällt gegen eine große Zunahme kaum ins Gewicht. Gemessen ist dieser mögliche Vorteil über die Jahre nicht. Er folgt aus dem, was man über die Zahl der Fettzellen weiß, und geht über eine Vermutung nicht hinaus. Wer sich darauf verlässt, überschätzt, was eine örtliche Anwendung gegen eine allgemeine Gewichtszunahme ausrichtet.
Warum lässt sich nicht versprechen, dass das Ergebnis für immer hält?
Weil niemand das Ergebnis lange genug verfolgt hat, um es zu belegen. Über die ersten Monate nach der Anwendung gibt es Beobachtungen am Menschen. Was danach über die Jahre geschieht, steht in kaum einer Arbeit, auf die man sich stützen könnte. Die längste kontrollierte Beobachtung endet früh, und was darüber hinausreicht, stützt sich auf eine winzige Zahl von Menschen, die man mit Fotos über Jahre begleitet hat. So wenige Fälle tragen keine Zusage für alle anderen. Genau deshalb meiden wir das Wort, das an dieser Stelle jeder erwartet. Es verspricht eine Sicherheit, die die Daten nicht hergeben. Ehrlicher ist die Auskunft, dass das Ergebnis bleiben kann und dass es am Gewicht hängt. Das ist weniger, als sich mancher wünscht. Es ist das, was sich sagen lässt.
Wie weit reicht das, was man beobachtet hat?
Über die ersten Monate reicht es ganz gut, über die Jahre kaum. Eine saubere Beobachtung über lange Zeit ist schwer, und der Grund liegt im Körper selbst. Über die Jahre ändert sich das Gewicht, und wo jemand zunimmt oder abnimmt, entscheidet der Körper, nicht der Aufsatz. Wer nach Jahren an der gekühlten Stelle nachmisst, kann kaum trennen, was von der Anwendung übrig ist und was das gewöhnliche Auf und Ab dazugelegt hat. Dazu kommt, dass die Ausgangslage von Mensch zu Mensch verschieden ist. Gewichtsverlauf, der Bau des Gewebes und das Alter mischen sich über die Jahre in das Bild. Dafür bräuchte es eine Vergleichsseite, die über dieselbe Zeit nicht gekühlt wird, und die führt kaum jemand, weil niemand eine Seite über Jahre unberührt lassen möchte. So scheitert die lange Beobachtung an dieser Trennung. Am Interesse liegt es nicht. Was sich über die Jahre sagen lässt, bleibt darum eine Herleitung aus dem, was man über Fettzellen weiß.
Grenzen
Was hier steht, beschreibt eine Richtung, keine Zusage für den einzelnen Fall. Ob das Gewicht über die Jahre bleibt, hat niemand so in der Hand wie der Mensch selbst, und daran hängt das meiste. Die wenigen Langzeitbilder stammen von einzelnen Menschen; sie halten einen Verlauf fest, ohne ihn zu messen. Und wo ärztlich etwas festgestellt wurde, das Ihr Gewicht oder Ihr Fettgewebe betrifft, gehört das in ärztliche Hände.
Was die Studienlage sagt
Wie stark die Fettschicht an der gekühlten Stelle abnimmt, ist an anderer Stelle beschrieben; hier geht es um die Zeit danach. Die längste kontrollierte Beobachtung am Menschen verfolgte zehn Personen über ein halbes Jahr. Nach sechs Monaten war die gemessene Abnahme gegenüber dem Wert nach zwei Monaten nicht kleiner geworden, eher etwas größer coleman-2009. Als Nebenwirkung trat bei einigen an der Stelle vorübergehend ein Taubheitsgefühl auf, das sich nach Wochen wieder zurückbildete; eine bleibende Nervenschädigung fand sich nicht coleman-2009. Über die sechs Monate hinaus trifft diese Arbeit keine Aussage.
Eine Übersicht von neunzehn Untersuchungen berichtet nur milde, kurzfristige Reaktionen, Rötung, Schwellung und Schmerz, und in einem einzigen Fall eine Zunahme des Fetts an der Stelle statt einer Abnahme ingargiola-2015. Zur Frage, ob das Ergebnis über die Zeit bleibt, sagt sie nichts, und sie nennt das Verfahren ausdrücklich für den kurzen Zeitraum sicher ingargiola-2015.
Was darüber hinausreicht, stammt aus einer einzigen kleinen Arbeit. Bei zwei Personen war vor Jahren nur eine Flanke gekühlt worden. Auf Fotografien war diese Seite sechs beziehungsweise neun Jahre später noch schlanker als die andere, nicht gekühlte bernstein-2016. Das ist der längste dokumentierte Zeitraum. Zugleich ist seine Aussagekraft schmal: zwei Menschen, keine Messwerte, nur Bilder bernstein-2016. Er zeigt, dass ein Ergebnis über Jahre bestehen kann. Über diese zwei Menschen hinaus trägt er nicht.
Unsere Einschätzung
Wer wissen will, ob sich die Kälte über die Jahre auszahlt, denkt die Frage am besten vom Gewicht her. Die abgebauten Zellen fehlen an der Stelle, und in den kontrollierten Monaten ging die Abnahme nicht zurück coleman-2009. Über die sechs Monate hinaus wird die Datenlage dünn, bis auf zwei Menschen, deren Ergebnis nach sechs und neun Jahren noch zu sehen war bernstein-2016. Belegt ist damit ein Satz: Ein Ergebnis kann bleiben, wenn das Gewicht bleibt. Für ein Versprechen sind zwei Menschen zu wenige, und wir geben keins.
Für jemanden, der abnehmen will, liegt darin die nüchterne Einordnung. Die Kälte nimmt an einer Stelle etwas weg, das dort nicht neu entsteht. Ob die Silhouette über die Jahre so bleibt, entscheidet sich weiter oben, bei dem, was das Gewicht bewegt. Kryolipolyse liefert den sichtbaren Anfang; ob das Ergebnis hält, entscheidet sich bei Bewegung, Essen, Schlaf und dem Umgang mit den eigenen Gewohnheiten. Das ist keine kleine Einschränkung. Es ist der Grund, warum die Stelle allein die Frage nicht beantwortet.
Häufige Fragen
Kommen die abgebauten Fettzellen wieder?
Die an der gekühlten Stelle abgebauten Zellen kommen dort nicht zurück. Ob sich neues Fett einlagert, hängt am Gewicht. Steigt es, füllen sich die verbliebenen Zellen, und an der Stelle wird es wieder mehr.
Hält das Ergebnis für immer?
Das lässt sich nicht versprechen. Bei zwei Menschen war ein Ergebnis nach Jahren noch zu sehen, solange das Gewicht blieb bernstein-2016. Von zwei Menschen auf alle zu schließen, lassen die Daten nicht zu.
Was passiert, wenn ich nach der Session zunehme?
Dann kann sich an der gekühlten Stelle wieder Fett ansammeln. Weniger Zellen heißt nicht keine Zellen. Die übrigen reagieren auf eine Gewichtszunahme wie im Rest des Körpers.
Kann sich das Fett an einer anderen Stelle ansammeln?
Ja. Wo der Körper bei einer Gewichtszunahme Fett einlagert, bestimmt er selbst. Das kann auch Stellen treffen, die nie gekühlt wurden.
Wie lange ist das Ergebnis überhaupt untersucht worden?
Am Menschen reicht die verlässliche Beobachtung über einige Monate. Für die Zeit darüber gibt es nur eine kleine fotografische Reihe an sehr wenigen Menschen über Jahre bernstein-2016.