Ernährung

Was kann eine Bioimpedanzmessung und was nicht?

Eine solche Waage schätzt den Körperfettanteil aus dem Widerstand, den der Körper einem schwachen Strom entgegensetzt; weil dieser Widerstand am Wasser im Körper hängt, taugt der Wert erst als Verlauf über Wochen, kaum als einzelne Zahl.

Stand der inhaltlichen Prüfung: · Grundlage: Allgemeine Physiologie der Körperzusammensetzung und Messprinzip der bioelektrischen Impedanzanalyse; Herstellerangaben zu den Anwendungsgrenzen von Körperfettwaagen

Eine Waage mit Körperfettanzeige schickt einen schwachen Strom, den man nicht spürt, durch den Körper und schätzt aus dem Widerstand, wie viel davon Fett ist. Fett enthält wenig Wasser und leitet schlecht, Muskeln und Körperwasser leiten gut, und diesen Unterschied nutzt das Gerät. Weil der Wert am Wasserhaushalt hängt, verschiebt er sich mit Tageszeit, Trinken, Essen, Sport und Zyklus, oft schon von morgens bis abends. Ein einzelner Wert ist darum ungenau; brauchbar wird die Zahl erst als Richtung über Wochen, wenn Sie immer zur gleichen Zeit und mit demselben Gerät messen. Verschiedene Geräte rechnen mit verschiedenen Formeln und sind untereinander kaum vergleichbar.

Der Körperfettanteil, den eine solche Waage anzeigt, ist geschätzt, nicht gemessen. Das Gerät kennt Ihren Fettanteil nicht. Es kennt den Widerstand, den Ihr Körper einem schwachen Strom entgegensetzt, und rechnet daraus eine Zahl. Weil dieser Widerstand am Wasser im Körper hängt, bewegt sich die Zahl mit dem Wasserstand: von morgens zu abends, vor und nach dem Trinken, vor und nach dem Sport. Als Momentaufnahme sagt sie darum wenig. Über Wochen, immer gleich gemessen, wird eine Richtung daraus.

Wie kommt eine Waage an den Körperfettanteil?

Sie schickt einen schwachen Strom durch den Körper und misst, wie stark er gebremst wird. Der Strom ist so klein, dass man ihn nicht spürt. Über Elektroden unter den Füßen, bei manchen Geräten zusätzlich über Griffe in den Händen, läuft er durch das Gewebe. Gewebe mit viel Wasser leitet ihn leicht, Gewebe mit wenig Wasser bremst ihn. Aus diesem Widerstand schätzt eine hinterlegte Formel zusammen mit Größe, Gewicht, Alter und Geschlecht, wie viel vom Körper Fett ist. Die Waage rechnet den Fettanteil also aus dem Stromfluss hoch. Gewogen wird er nie.

Warum lässt sich Fett am Strom ablesen?

Weil Fett kaum Wasser enthält und den Strom schlechter durchlässt als Muskeln. Der Körper besteht zu einem großen Teil aus Wasser, und die darin gelösten Salze leiten Strom gut. Muskeln, Organe und Blut führen viel davon. Fettgewebe dagegen ist wasserarm und setzt dem Strom einen hohen Widerstand entgegen. Je mehr Fett zwischen den Elektroden liegt, desto schwerer kommt der Strom durch. Genau diesen Unterschied nutzt das Gerät. Aus dem gemessenen Widerstand schließt es auf die Fettmenge.

Warum schwankt der Wert von Tag zu Tag?

Weil er am Wasserhaushalt hängt, und der verschiebt sich ständig. Ein Glas Wasser, eine Mahlzeit, ein Gang zur Toilette, eine Stunde Sport ändern, wie viel Flüssigkeit gerade im Körper steht, und damit den gemessenen Widerstand. Morgens nach dem Aufstehen ist der Körper trockener als abends. Nach dem Schwitzen zeigt die Waage oft einen höheren Fettanteil, obwohl nur Wasser fehlt. Alkohol am Vorabend, viel Salz, der Zyklus, sogar kalte oder feuchte Füße auf der Platte verschieben die Zahl. Der angezeigte Anteil kann sich zwischen morgens und abends spürbar unterscheiden, ohne dass sich am Fett etwas getan hat.

Warum zeigen zwei Geräte verschiedene Zahlen?

Weil der Strom bei jedem Gerät einen anderen Weg nimmt und jede Formel anders rechnet. Eine Waage, die nur über die Füße misst, schickt den Strom vor allem durch die Beine; das Fett am Bauch erfasst sie kaum. Ein Gerät mit Handgriffen misst mehr vom Oberkörper. Dazu kommt die Formel. Jeder Hersteller hinterlegt eine eigene, aus Messreihen an vielen Menschen gemittelt, und ein Durchschnitt trifft nicht jeden. Wer viel Muskeln hat, sehr schlank ist oder Wasser einlagert, weicht vom Mittel ab, und die Schätzung liegt daneben. Schon der Wechsel des Geräts kann darum einen Sprung vortäuschen, den es gar nicht gibt.

Wofür taugt der Wert dann?

Als Verlauf über Wochen, wenn Sie immer unter denselben Bedingungen messen. Gleiche Tageszeit, gleiches Gerät, gleicher Zustand, am besten morgens nach dem Aufstehen und vor dem Trinken. Dann fällt der Fehler jedes Mal ähnlich aus, und die Richtung wird ablesbar. Zeigt die Kurve über einen Monat langsam nach unten, spricht das für weniger Fett, auch wenn der einzelne Wert ungenau bleibt. Ein Ausreißer nach oben heißt dann wenig, die Linie über Wochen dagegen viel.

Grenzen

Eine solche Messung liefert eine Schätzung, und die Unschärfe ist erheblich. Wie viel Fett genau im Körper steckt, sagt sie nicht; sie gibt einen groben Bereich. Für den Alltag reicht das als Richtung, mehr leistet es nicht. Wer stark und immer wieder Wasser einlagert, bekommt besonders unzuverlässige Werte, und dahinter kann eine Ursache stehen, die ärztlich abzuklären ist. Menschen mit einem elektronischen Gerät im Körper, etwa einem Herzschrittmacher, und Schwangere lassen solche Messungen aus; die Hersteller raten davon ab. Für gesundheitliche Fragen ist der Fettanteil einer Haushaltswaage keine Grundlage.

Unsere Einschätzung

Der Fettanteil auf dem Display lädt zu dem Fehler ein, den diese Reihe durchzieht: das schnell Messbare für das Entscheidende zu halten. Über den Fettverlust bestimmt vor allem die Zufuhr, Woche um Woche. Das, was sich am schnellsten anzeigen lässt, ist nur ein Teil des Bildes. Eine Zahl, die mit jedem Glas Wasser springt, ist kein Richter über einen einzelnen Tag. Als grobe Kurve über Wochen kann sie eine Richtung zeigen, und weniger Gewicht auf den Einzelwert nimmt den Druck von jeder Messung. Mehr sollte man von ihr nicht erwarten.

Häufige Fragen

Warum zeigt die Waage nach dem Sport mehr Fett?

Weil beim Schwitzen Wasser fehlt und der Körper dem Strom mehr Widerstand entgegensetzt. Das Gerät liest den höheren Widerstand als mehr Fett, obwohl nur Flüssigkeit verloren ging. Nach dem Ausgleich steht der Wert wieder, wo er vorher war.

Sollte man morgens oder abends messen?

Immer zur gleichen Zeit, damit die Werte vergleichbar bleiben. Morgens nach dem Aufstehen und vor dem Trinken ist der Körper in einem ähnlichen Zustand wie am Vortag. Welche Zeit Sie wählen, zählt weniger als dass es jedes Mal dieselbe ist.

Sind teure Geräte genauer?

Sie schwanken weniger, wenn sie über Hände und Füße zugleich messen, aber auch sie schätzen. Die hinterlegte Formel bleibt ein Durchschnitt, der den Einzelnen nur ungefähr trifft. Genauer wird der Verlauf vor allem dadurch, dass Sie stets gleich messen.

Kann der Wert stimmen, wenn das Gewicht gleich bleibt?

Ja, denn Fett und Muskeln können sich verschieben, während die Waage dasselbe Gewicht zeigt. Wer Muskeln aufbaut und Fett verliert, wiegt gleich viel bei niedrigerem Fettanteil. Der geschätzte Anteil kann das andeuten, mit Sicherheit zeigt er es nicht.

Warum weicht der Wert von einer Messung im Studio ab?

Weil dort oft ein anderes Gerät mit einer anderen Formel misst, häufig über mehrere Frequenzen und mehr Elektroden. Auch diese Geräte schätzen, sie tun es nur mit engeren Grenzen. Vergleichbar sind zwei Werte allein dann, wenn dieselbe Methode dahintersteht.

Ist ein Körperfettwert von der Waage überhaupt aussagekräftig?

Als einzelne Zahl kaum, als Verlauf über Wochen eher. Der absolute Prozentwert trägt eine große Unsicherheit. Ob er über die Zeit steigt oder fällt, ist die verlässlichere Information, sofern Sie unter gleichen Bedingungen messen.

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