Stand der inhaltlichen Prüfung: · Grundlage: Untersuchung an elf Personen mit räumlicher Volumenmessung (Garibyan 2014), Übersicht von 19 Untersuchungen zu Mess- und Nebenwirkungsdaten (Ingargiola 2015).
Ob eine Kälteanwendung an einer Stelle etwas gebracht hat, zeigt die Waage nicht, weil sie den ganzen Körper wiegt und die Frage eine einzelne Stelle betrifft. Gemessen wird örtlich: der Messzirkel fasst die doppelt gelegte Hautfalte und gibt höhere Werte, der Ultraschall misst die Fettschicht einfach und nüchterner, das Maßband nimmt den Umfang, gleich aufgenommene Fotos zeigen die Form. Eine räumliche Vermessung erfasst das Volumen und trennt über eine ungekühlte Vergleichsseite den Effekt vom normalen Auf und Ab; in einer Untersuchung an elf Personen lag die bereinigte Differenz nach zwei Monaten bei rund vierzig Kubikzentimetern. Selbst prüfen lässt sich das am ehesten mit dem Maßband an genau derselben Stelle und unter gleichen Bedingungen. Welche Zahl herauskommt, hängt am Messgerät; ob das Ergebnis über die Jahre bleibt, misst keines dieser Verfahren.
Ob eine Kälteanwendung an einer Stelle etwas geändert hat, lässt sich messen, nur nicht mit der Waage. Sie wiegt den ganzen Körper, und die Frage betrifft eine Handbreit Haut. Wer das Ergebnis sucht, braucht ein Gerät, das an genau dieser Stelle misst und sonst nichts. Davon gibt es mehrere. Jedes zählt anders, und darum steht am Anfang jeder Zahl die Frage, womit sie entstanden ist.
Warum taugt die Waage für diese Frage nichts?
Die Waage zeigt das Gewicht des ganzen Körpers, nicht die Dicke einer einzelnen Stelle. Was an einem umgrenzten Polster über Wochen abgebaut wird, wiegt so wenig, dass es im täglichen Auf und Ab von Wasser, Essen und Muskeln verschwindet. Das Körpergewicht schwankt von morgens bis abends um mehr, als eine Session je an einer Stelle bewegt. Ein Messgerät, das eine kleine örtliche Veränderung im Rauschen des ganzen Körpers ertränkt, beantwortet diese Frage nicht. Gemessen wird deshalb dort, wo gekühlt wurde, und nirgends sonst.
Was fasst der Messzirkel, und warum fällt sein Wert höher aus?
Das erste Gerät greift die Hautfalte von außen und drückt sie zusammen. Man hebt die Falte zwischen zwei Fingern ab, so wie man ein Polster prüft, und ein federnder Bügel misst, wie dick sie zusammengedrückt ist. In dieser Falte liegt die Haut zweimal und das Fett zweimal, doppelt gelegt. Nimmt das Fett auch nur wenig ab, verändert das die zusammengedrückte Dicke stärker, als es der wahren Abnahme entspricht, weil alles doppelt zählt. Darum gibt der Messzirkel die höheren Werte. Das Gerät ist billig, schnell und überall zu haben. Es misst aber die doppelt gelegte Falte, nicht die Fettschicht, wie sie im Körper liegt.
Was macht der Ultraschall anders?
Das zweite Gerät schaut durch die Haut in das Gewebe, statt es zu fassen. Ein kleiner Kopf sendet Schallwellen, und aus dem, was zurückkommt, ergibt sich die Dicke der Fettschicht an Ort und Stelle. Sie wird einfach gemessen, nicht doppelt, und ohne die Haut mitzuzählen. Darum fallen die Werte kleiner und nüchterner aus als beim Messzirkel. Der Ultraschall trifft näher an dem, was unter der Haut wirklich liegt. Er verlangt dafür ein Gerät und eine geübte Hand, die den Kopf jedes Mal an dieselbe Stelle setzt.
Was misst das Maßband am Umfang?
Das Maßband nimmt den ganzen Umfang an einer Stelle, alles zusammen. Es unterscheidet nicht zwischen Fett, Muskel und Wasser; es legt sich um Bauch, Hüfte oder Oberschenkel und zählt, was da ist. Das macht es grob. Eine Abnahme im Fett kann darin untergehen, wenn sich zugleich etwas anderes ändert. Sein Vorteil liegt woanders: Das Maßband kostet fast nichts, und man kann damit selbst und immer wieder an derselben Stelle nachmessen. Voraussetzung ist, dass die Stelle jedes Mal dieselbe ist. Haltung, Atmung und die Uhrzeit verschieben den Umfang schon von allein, und wer das nicht gleich hält, misst Schwankungen statt Veränderung.
Was zeigen Fotos, die immer gleich aufgenommen werden?
Ein Foto zeigt die Form, keine Zahl. Über die Wochen nebeneinandergelegt lässt es das Auge die Kontur vergleichen, dort, wo ein Maß nur eine Ziffer liefert. Damit das etwas taugt, muss alles gleich bleiben: dieselbe Stelle im Raum, dasselbe Licht, derselbe Abstand, dieselbe Haltung. Schon eine andere Lampe oder ein leicht gedrehter Stand täuscht einen Unterschied vor, den es nicht gibt, in die eine wie in die andere Richtung. Ein Foto zeigt deshalb einen Eindruck und keinen festen Wert; er ist nur so ehrlich wie die Bedingungen, unter denen er entsteht. Als grobe Kontrolle über die Zeit kann er trotzdem helfen, sofern man die Bedingungen streng gleich hält.
Was kann die dreidimensionale Vermessung, was die anderen nicht können?
Eine Kamera, die die Oberfläche räumlich abtastet, misst das Volumen statt nur die Dicke. Sie erfasst die Stelle als Körper und rechnet aus, wie viel Gewebe fehlt, nicht nur, wie tief die Falte an einem Punkt ist. Der zweite, wichtigere Vorteil liegt im Vergleich. Kühlt man die eine Seite und lässt die gegenüberliegende unberührt, dann trennt die Messung den Effekt der Kälte von dem, was der Körper in derselben Zeit ohnehin an Gewicht verliert oder zulegt. Die ungekühlte Seite zeigt das normale Auf und Ab, die gekühlte zeigt beides zusammen, und die Differenz ist der eigentliche Effekt. Das Verfahren ist aufwendig und steht kaum außerhalb von Untersuchungen zur Verfügung. Für die Frage, wie viel eine einzelne Kühlung wirklich bewegt, ist es das sauberste der Geräte.
Was können Sie selbst tun, um zu prüfen, ob sich etwas ändert?
Am ehesten hilft das Maßband an genau derselben Stelle und unter denselben Bedingungen. Markieren Sie die Stelle so, dass sie sich wiederfinden lässt, etwa als fester Abstand vom Nabel, und messen Sie jedes Mal dort. Nehmen Sie die Uhrzeit dazu, am besten morgens vor dem Essen, in ruhiger Haltung und mit gelöster Atmung. Wer einmal steht und einmal den Bauch einzieht, misst die Haltung, nicht das Fett. Ein Foto vom selben Punkt und im selben Licht ergänzt das, ohne die Zahl zu ersetzen. Die Waage lassen Sie für diese Frage besser stehen. Und rechnen Sie in Wochen, nicht in Tagen, denn der Körper baut die betroffenen Zellen langsam ab, und vorher ist wenig zu messen. Schreiben Sie jede Zahl mit dem Datum auf, damit sich die Werte über die Wochen nebeneinanderlegen lassen.
Grenzen
Jedes Gerät hat seinen eigenen Fehler. Darum lassen sich die Zahlen verschiedener Verfahren nicht ungeprüft nebeneinanderlegen, denn ein Messzirkelwert und ein Ultraschallwert beschreiben nicht dasselbe, auch wenn beide in Prozent stehen. Ein Mittelwert über mehrere Menschen verdeckt, dass die einzelne Person darüber oder darunter liegt und manche gar keine Veränderung zeigen. Eine Zahl über eine Stelle betrifft genau diese Stelle; sie beschreibt einen begrenzten Fleck. Das Maßband zu Hause ist ohnehin gröber und schwankt mit Tagesform, Haltung und Uhrzeit. Was hier steht, ordnet die Verfahren. Es sagt nicht, was im einzelnen Fall herauskommt.
Was die Studienlage sagt
Wie viel ein Verfahren anzeigt, hängt am Verfahren, und das lässt sich an den vorhandenen Zahlen ablesen. Eine Übersicht von neunzehn Untersuchungen führt für den Messzirkel eine Abnahme der Fettschicht von etwa einem Siebtel bis knapp drei Zehnteln an ingargiola-2015. Für den Ultraschall liegt sie bei etwa einem Zehntel bis einem Viertel ingargiola-2015. Der obere Rand stammt fast durchweg vom Zirkel, der untere vom Ultraschall, obwohl an der Stelle dasselbe geschah. Zu den Nebenwirkungen nennt dieselbe Übersicht nur Rötung, Schwellung und Schmerz, jeweils kurzfristig, und einen einzelnen Fall, in dem das Fett zunahm statt abzunehmen ingargiola-2015. Ob das Ergebnis über die Zeit bleibt, sagt sie nicht; sie nennt das Verfahren für den kurzen Zeitraum sicher.
Wie eine räumliche Messung das greifbar macht, zeigt eine Untersuchung an elf Personen. Eine Flanke wurde einmal gekühlt, die andere blieb unberührt und diente zum Vergleich, und das Volumen wurde vor der Kühlung und zwei Monate danach mit einer räumlich abtastenden Kamera bestimmt garibyan-2014. An der gekühlten Flanke fehlten danach im Mittel gut fünfzig Kubikzentimeter, an der ungekühlten gut fünfzehn; die bereinigte Differenz von rund vierzig Kubikzentimetern ist der eigentliche Effekt der einen Kühlung garibyan-2014. Der Messzirkel an denselben Menschen bestätigte die Richtung, mit einer Abnahme von etwa einem Siebtel an der gekühlten und fast nichts an der ungekühlten Seite garibyan-2014. Gut vier von fünf waren mit dem Ergebnis zufrieden garibyan-2014. An Nebenwirkungen traten nur vorübergehende Reaktionen auf: Rötung und Schwellung bei allen, ein anfänglicher Schmerz bei gut der Hälfte, ein vermindertes Gefühl bei knapp einem Fünftel noch nach zwei Monaten garibyan-2014. Die Nachbeobachtung endet nach zwei Monaten, und darüber hinaus trifft die Arbeit keine Aussage.
Unsere Einschätzung
Welche Zahl herauskommt, entscheidet das Messgerät fast so sehr wie die Kälte. Der Messzirkel gibt den hohen, eindrucksvollen Wert, weil er die doppelte Falte zusammendrückt; der Ultraschall und die räumliche Messung geben den nüchternen, der näher an der Sache liegt. Wer eine Zahl liest, fragt darum zuerst, womit sie entstanden ist, und greift im Zweifel zur vorsichtigeren. Die Zahl, die am meisten interessieren würde, misst keines dieser Verfahren: ob die Stelle nach Jahren noch so aussieht. In den vorhandenen Untersuchungen reichte die Nachbeobachtung nur über wenige Wochen bis Monate ingargiola-2015 garibyan-2014. Die Messung sagt, was sich an einer Stelle geändert hat, nicht, ob das Fett insgesamt wegbleibt.
Für jemanden, der abnehmen will, steckt darin die nüchterne Einordnung. Jede dieser Zahlen beschreibt eine Fettschicht an einer Stelle, nicht das Gewicht am ganzen Körper. Was sich hier am schnellsten messen lässt, betrifft eine einzelne Stelle, nicht das Gewicht. Diese Frage klärt sich weiter oben auf dem Weg, bei der Bewegung, beim Essen, beim Schlaf und beim Umgang mit den eigenen Gewohnheiten. Das Maßband an der eigenen Stelle ist dafür ein guter Anfang, weil es einen ehrlich hält.
Häufige Fragen
Welches Gerät gibt die höchste Zahl?
Der Messzirkel. Er fasst die Hautfalte, in der Haut und Fett doppelt liegen, und drückt sie zusammen, sodass schon eine kleine Abnahme im Fett die gemessene Dicke stark verändert. Der Ultraschall und die räumliche Messung fallen darum niedriger und näher an der Sache aus.
Kann ich es zu Hause mit dem Maßband prüfen?
Ja, sofern Sie jedes Mal an genau derselben Stelle und unter denselben Bedingungen messen. Markieren Sie die Stelle als festen Abstand von einem Punkt, den Sie wiederfinden, messen Sie morgens vor dem Essen und in ruhiger Haltung. Das ist grob, aber brauchbar, und ehrlicher als die Waage.
Warum nicht einfach die Waage?
Weil sie das Gewicht des ganzen Körpers zeigt. Eine örtliche Abnahme unter der Haut wiegt zu wenig, um sich gegen die täglichen Schwankungen von Wasser, Essen und Muskeln durchzusetzen. Für die Form an einer Stelle ist das Maßband das passendere Gerät.
Sagt die Messung, ob das Ergebnis bleibt?
Nein. Keines dieser Verfahren misst über die Jahre. Die vorhandenen Untersuchungen haben nur wenige Wochen bis Monate nachbeobachtet, und was danach mit der Stelle geschieht, steht in keiner belastbaren Arbeit.
Was misst die dreidimensionale Vermessung anders?
Sie misst das Volumen, nicht nur die Dicke an einem Punkt. Sie erfasst die Stelle als Körper. Über eine ungekühlte Vergleichsseite trennt sie zudem den Effekt der Kälte vom normalen Auf und Ab des Gewichts. Das macht sie zum saubersten Verfahren, aber sie steht kaum außerhalb von Untersuchungen zur Verfügung.