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Wann steckt hinter dem Fett an den Beinen mehr als ein Polster?

Fett, das symmetrisch an beiden Beinen sitzt, auf Druck schmerzt, leicht blaue Flecken bekommt und beim Abnehmen kaum weicht, kann mehr sein als ein Polster und gehört ärztlich abgeklärt.

Stand der inhaltlichen Prüfung: · Grundlage: Schmidt, Lang, Heckmann (Hrsg.): Physiologie des Menschen, Springer, Kapitel Mikrozirkulation und Lymphgefäßsystem, für die Grundlagen zum Wasser- und Lymphtransport; die genannten Merkmale einer krankhaften Fettverteilung nach allgemeiner ärztlicher Fachliteratur.

An den Beinen kann eine Fülle drei sehr verschiedene Dinge sein: Wasser, ein gewöhnliches Fettpolster oder eine krankhafte Fettverteilung. Wasser kommt und geht über den Tag, dellt auf Druck ein und geht mit Bewegung zurück. Ein gewöhnliches Polster ist weich, schmerzt nicht und wird beim Abnehmen langsam kleiner. Sitzt das Fett dagegen symmetrisch an beiden Beinen, reagiert es druckempfindlich, bekommt leicht blaue Flecken, lässt die Füße schlank und weicht dem Abnehmen kaum, kann eine Erkrankung dahinterstehen, die in der Medizin Lipödem heißt und ärztlich abzuklären ist.

Fett, das an beiden Beinen gleich verteilt sitzt, auf Druck wehtut und beim Abnehmen kaum weicht, ist nicht immer ein gewöhnliches Polster. Bei manchen Frauen wächst es symmetrisch an Hüften und Oberschenkeln, während der Bauch schmal bleibt und die Füße schlank. Es fühlt sich fest und gespannt an und bekommt leichter blaue Flecken als die Haut daneben. Dahinter kann eine krankhafte Fettverteilung stehen, also eine Erkrankung und kein Polster, das man wegtrainiert. Sie gehört ärztlich abgeklärt.

Woran erkennt man ein gewöhnliches Fettpolster?

Ein gewöhnliches Polster sitzt dort, wohin Veranlagung und Hormone das Fett legen, und beim Abnehmen gibt es mit nach. Es fühlt sich weich an, nicht gespannt, und es tut nicht weh, wenn man es drückt. Blaue Flecken bekommt die Haut darüber nicht schneller als anderswo. Wo es sitzt, ist von Mensch zu Mensch verschieden: bei der einen am Bauch, bei der anderen an Hüfte und Po, bei der nächsten an den Oberschenkeln. Auch ein gewöhnliches Polster kann an beiden Seiten ähnlich sitzen; Symmetrie allein sagt darum wenig. Der Unterschied liegt eher darin, wie es sich anfühlt und ob es beim Abnehmen mitgeht. Über Wochen mit weniger Zufuhr, als der Körper verbraucht, wird es kleiner, oft ungleichmäßig und langsamer, als man möchte, aber sichtbar. Es ist Speicher, den der Körper anlegt und wieder abbaut, je nachdem, ob mehr hinein- oder herausgeht.

Wann ist die Fülle an den Beinen nur Wasser?

Wasser im Gewebe kommt und geht über den Tag, ein Fettpolster bleibt. Morgens sieht das Gesicht voller aus, abends sitzen die Schuhe enger, und nach einem langen Tag im Stehen sind die Knöchel dicker. Drückt man mit dem Finger auf so eine Schwellung, bleibt für einen Moment eine Delle stehen. Das ist Flüssigkeit, die sich im Gewebe gesammelt hat, und sie verschiebt sich mit der Schwerkraft nach unten. Was sie wieder fortschafft, ist das Lymphsystem, ein Leitungsnetz neben den Blutgefäßen ohne eigene Pumpe; sein Strom entsteht erst durch den Druck arbeitender Muskeln und der Atmung. schmidt-lang-physiologie Steht oder sitzt man lange still, fehlt dieser Druck, und die Flüssigkeit bleibt liegen. Salzreiches Essen, ein langer Flug, Hitze und die Tage vor der Regel schieben in dieselbe Richtung. Sobald man in Bewegung kommt, läuft der Abtransport an, und die Schwellung geht über den Vormittag zurück. Wer den Unterschied prüfen will, drückt einen Daumen ein paar Sekunden auf das Schienbein. Bleibt eine Mulde stehen, war es Wasser; federt die Stelle sofort zurück, eher nicht. Fett verhält sich anders. Es dellt auf Druck nicht ein und ist am Abend so da wie am Morgen.

Welche Merkmale deuten auf eine krankhafte Fettverteilung?

Fett, das gleichmäßig an beiden Beinen sitzt, auf Druck und Berührung empfindlich reagiert, leicht blaue Flecken bekommt und sich mit Abnehmen kaum ändert, kann Zeichen einer krankhaften Fettverteilung sein. In der Medizin trägt dieses Bild den Namen Lipödem. Es beginnt oft an Hüften und Oberschenkeln und zieht sich bis zu den Waden, an beiden Seiten gleich, nicht nur an einer. Die Beine fühlen sich schwer und gespannt an, und ein Druck, der anderswo nichts tut, ist hier unangenehm. Blaue Flecken entstehen, ohne dass man sich an einen Stoß erinnert. Die Füße bleiben schlank, so als hörte die Fülle am Knöchel auf. Und wer abnimmt, verliert an Gesicht, Bauch und Brust, während die Beine bleiben, wie sie sind. Das ist eine Erkrankung, und sie gehört in ärztliche Hände. Die Merkmale überschneiden sich mit harmlosen Dingen; ob wirklich mehr dahintersteht, klärt eine ärztliche Untersuchung.

Wann und bei wem beginnt eine solche Fettverteilung?

Diese Art der Fettverteilung zeigt sich fast nur bei Frauen und setzt meist in einer Zeit ein, in der sich die Hormone umstellen. Häufig fällt der Anfang in die Jahre der Pubertät, manchmal beginnt er nach einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren. Sie ist keine Folge von zu viel Essen oder zu wenig Bewegung, auch wenn zusätzliches Gewicht sich obendrauf legen kann. Oft gibt es sie schon bei Mutter oder Schwester. Dieser Verlauf ist einer der Gründe, warum Betroffene die Ursache lange bei der eigenen Disziplin suchen, obwohl sie dort nicht liegt. Ob es sich tatsächlich so verhält, ordnet eine ärztliche Untersuchung ein.

Warum bleiben die Füße dabei schlank?

Weil sich diese Fettverteilung an Hüfte, Oberschenkel und Unterschenkel hält und am Knöchel endet. Über dem Fuß setzt sie oft mit einer Kante ab, sodass ein schlanker Fuß an einem vollen Unterschenkel hängt. Bei einer Wassereinlagerung ist es umgekehrt: Die Flüssigkeit sinkt bis in die Zehen, und gerade Fuß und Knöchel schwellen an. Dieser Unterschied ist einer der deutlichsten. Ein Fuß, der schlank bleibt, während das Bein darüber voll ist, spricht eher gegen bloßes Wasser. Dasselbe kann an den Armen auftreten: Der Oberarm wirkt voll, das Handgelenk und die Hand bleiben schmal. Auch dort setzt die Fülle mit einer Kante ab, während Wasser gerade in Hände und Finger zieht.

Warum lässt sich diese Fülle mit Abnehmen kaum kleiner bekommen?

Weil der Körper sein Fett beim Abnehmen überall angeht und diese Depots an den Beinen dabei kaum erreicht. Wer weniger isst, als er verbraucht, baut Fett ab, aber der Körper entscheidet selbst, woher zuerst. Meist gibt das Gesicht nach, dann der Bauch, dann die Brust. Die Beine bleiben, wie sie sind. Ein gewöhnliches Polster geht mit der Zeit mit, diese Verteilung dagegen tut es an Ort und Stelle kaum, und im Verhältnis fällt die Fülle danach sogar stärker auf. Manche nehmen deutlich ab, sehen es an Gesicht und Bauch und stehen ratlos vor Beinen, die gleich geblieben sind. Der Abstand zwischen einem schmaler gewordenen Oberkörper und vollen Beinen fällt dann mehr auf als vorher. Das heißt nicht, dass Abnehmen ohne Wert wäre; für den ganzen Körper und das Gewicht bringt es etwas. Nur die Form der Beine folgt dem Abnehmen an dieser Stelle wenig.

Grenzen

Dieser Text ordnet nach äußeren Merkmalen. Schwere Beine, blaue Flecken und ein Spannungsgefühl haben viele harmlose Ursachen. Erst das Zusammentreffen mehrerer Zeichen wirft die Frage auf, und beantworten kann sie nur eine ärztliche Untersuchung. Bleibt eine Schwellung über Tage bestehen, tritt sie nur an einer Seite auf, schmerzt sie oder verändert sie sich rasch, gehört das ärztlich abgeklärt. Was ärztlich einzuordnen ist, ordnet ärztliches Fachwissen ein, nicht dieser Text.

Unsere Einschätzung

Wer abnehmen will, gewinnt zuerst dadurch, dass er weiß, womit er es zu tun hat. Wasser ist kein Fett, und eine krankhafte Fettverteilung ist noch einmal etwas anderes. Alle drei sehen sich an den Beinen ähnlich, und alle drei geben unterschiedlich nach. Der Wasserstand verschiebt sich in Tagen und macht den ersten Eindruck am Spiegel; er trägt ihn nicht. Das gewöhnliche Polster weicht über Wochen, wenn mehr herausgeht als hinein. Eine krankhafte Verteilung bleibt an ihrem Ort, ganz gleich, wie diszipliniert jemand ist. Gerade bei den Beinen führt das oft in die Irre, weil sich Wasser, Polster und krankhafte Verteilung übereinanderlegen und die Waage sie alle in eine Zahl presst. Erst wenn man sie auseinanderhält, wird klar, woran sich mit Disziplin etwas ändern lässt und woran nicht. Deshalb steht am Anfang die Unterscheidung und nicht die Waage.

Häufige Fragen

Kann man selbst feststellen, ob es ein Lipödem ist?

Nein, das kann nur eine ärztliche Untersuchung. Die Merkmale, die man an sich bemerkt, dürfen die Frage aufwerfen, beantworten sie aber nicht. Wer mehrere davon an sich sieht, bringt sie am besten ärztlich zur Sprache.

Sind blaue Flecken allein schon ein Zeichen?

Nein, blaue Flecken haben viele harmlose Ursachen und sagen für sich genommen nichts. Sie fallen nur ins Gewicht, wenn weitere Merkmale dazukommen, etwa Druckempfindlichkeit und schlanke Füße bei vollen Beinen. Einzeln haben sie meist harmlose Gründe.

Woran unterscheide ich Wasser von Fett an den Beinen?

Wasser hinterlässt beim Draufdrücken für einen Moment eine Delle und geht mit Bewegung über den Tag zurück. Fett dellt nicht ein und ist morgens wie abends da. Wer über Stunden dieselbe feste Fülle spürt, hat es eher mit Fett zu tun als mit Wasser.

Hilft Abnehmen gegen eine krankhafte Fettverteilung?

Abnehmen verkleinert Fett im ganzen Körper, diese Depots an den Beinen aber kaum. Für Gewicht und Allgemeinbefinden bleibt es sinnvoll, an der Form der betroffenen Stellen ändert es wenig. Ob mehr dahintersteht, klärt ohnehin eine ärztliche Untersuchung.

Ist ein schweres Gefühl in den Beinen immer ein Zeichen dafür?

Nein, schwere Beine kommen meist von Wasser, das sich nach langem Stehen oder Sitzen im Gewebe sammelt. Dieses Gefühl kommt und geht und lässt mit Bewegung nach. Eine krankhafte Fettverteilung ist dagegen ständig da und reagiert empfindlich auf Druck.

Kann eine solche Fettverteilung mit der Zeit zunehmen?

Sie kann sich über die Jahre verändern, vor allem, wenn zusätzliches Gewicht dazukommt. Wie sie verläuft, ist von Frau zu Frau verschieden und lässt sich nicht aus dem Aussehen allein ablesen. Wer den Eindruck hat, dass sich etwas verstärkt, bespricht das am besten ärztlich.

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