Stand der inhaltlichen Prüfung: · Grundlage: Beschreibung des mechanischen Vorgangs und der allgemeinen Grenzen einer Hautanwendung, ohne Indikation und ohne Wirkaussage; keine gerätebezogene Wirkstudie, kein Beleg.
Microneedling ist ein mechanischer Vorgang: Feine Nadeln setzen viele winzige Kanäle in die oberste Hautschicht, die sich in den Tagen danach von allein wieder schließen. Was der Körper darüber hinaus tut, hängt vom einzelnen Menschen und vom Zustand der Haut ab; dieser Text beschreibt den Vorgang selbst. Der Schwerpunkt liegt darauf, für wen es nicht geeignet ist: bei akut entzündeter, infizierter, offener oder gereizter Haut an der Stelle, bei einer Neigung zu wulstigen Narben, bei blutverdünnenden Mitteln und in der Schwangerschaft. In all diesen Fällen ist vorab ärztlich zu klären, ob es überhaupt in Frage kommt. Wer wegen einer Hauterkrankung oder einer Veränderung an der Haut Rat sucht, ist ärztlich richtig aufgehoben.
Beim Microneedling fährt ein Gerät mit vielen feinen Nadeln über die Haut und setzt eine große Zahl winziger Kanäle in die oberste Schicht. Mehr geschieht im ersten Moment nicht. Die Haut wird an vielen Punkten kurz geöffnet, und der Körper schließt diese Öffnungen über die nächsten Stunden und Tage wieder. Beschrieben wird, was bei dem Vorgang mechanisch passiert. Ob er für eine Haut überhaupt in Frage kommt, entscheidet ihr Zustand an der jeweiligen Stelle, und einige Zustände sprechen dagegen.
Was ist Microneedling und was geschieht dabei mit der Haut?
Microneedling ist ein mechanischer Vorgang, bei dem feine Nadeln viele winzige Kanäle in die oberste Hautschicht stechen. Das Gerät dafür ist meist eine kleine Walze mit Nadeln oder ein Stift mit einer Spitze, die sich schnell auf und ab bewegt. Die Nadeln sind dünn, die einzelnen Kanäle kaum mit bloßem Auge zu sehen. Fährt man damit über eine Fläche, entstehen dort dicht an dicht viele solcher Öffnungen. Die kleinen Rollen, die es für zu Hause gibt, haben sehr kurze Nadeln und bleiben nah an der Oberfläche; das ist etwas anderes als ein Aufsatz, der weiter in die Haut reicht. Die Haut rötet sich dabei, ähnlich wie nach einer Stunde zu viel Sonne, und diese Rötung geht meist innerhalb von ein bis zwei Tagen zurück. Die feinen Öffnungen schließen sich in dieser Zeit von allein. Was der Körper mit den vielen kleinen Reizen darüber hinaus anfängt, ist eine andere Frage. Dieser Text bleibt beim Vorgang.
Wie tief gehen die Nadeln?
Wie tief die Nadeln gehen, hängt an der Einstellung des Geräts und reicht von einem Bruchteil eines Millimeters bis in tiefere Lagen der Haut. Je feiner die Einstellung, desto mehr bleibt der Reiz in der obersten Schicht. Je tiefer sie gewählt wird, desto weiter reichen die Nadeln unter die Oberfläche. Mit der Tiefe ändert sich auch, wie die Sache einzuordnen ist. Was nur die oberste Schicht antippt, ist etwas anderes als ein Stich, der spürbar in die Haut reicht. Ab einer gewissen Tiefe gehört die Frage, ob und wie tief gestochen wird, in ärztliche Hände. Wer ein Angebot vor sich hat, darf danach fragen, mit welcher Tiefe gearbeitet wird und warum.
Wie läuft eine Session ab?
Eine Session beginnt damit, dass die Haut an der Stelle gereinigt wird, und dauert je nach Fläche meist eine halbe bis knappe Stunde. Oft wird zuerst eine betäubende Creme aufgetragen und einige Zeit einwirken gelassen, damit das Stechen erträglicher ist. Danach wird das Gerät in mehreren Bahnen über die Fläche geführt, sodass sich die Kanäle gleichmäßig verteilen. Die Haut rötet sich währenddessen und fühlt sich warm an. Zum Schluss wird eine beruhigende Schicht aufgetragen. Wie sich das anfühlt, beschreiben viele als ein Kratzen oder Prickeln, das über dünner Haut und an knöchernen Stellen deutlicher ist als über weichen Flächen. Nach der Session bleibt die Haut für kurze Zeit gerötet und empfindlicher als sonst. Der Nadelaufsatz wird für jede Person neu genommen und danach verworfen; danach zu fragen, ob ein frischer Aufsatz benutzt wird, ist berechtigt.
Für wen ist Microneedling nicht geeignet?
Nicht geeignet ist Microneedling bei akut entzündeter, infizierter, offener oder gereizter Haut, bei einer Neigung zu wulstigen Narben, bei blutverdünnenden Mitteln und in der Schwangerschaft. In all diesen Fällen ist vorab ärztlich zu klären, ob es überhaupt in Frage kommt. Diese Grenzen sind der Grund, warum vor der ersten Session zuerst der Zustand der Haut zu klären ist.
Ist die Haut an der Stelle gerade entzündet oder sitzt dort eine Infektion, sprechen die vielen kleinen Öffnungen dagegen. Über die vielen kleinen Öffnungen kann sich das, was die Haut gerade reizt, leichter auf der Fläche verteilen. Ob die Haut ruhig genug ist, gehört vorab ärztlich abgeklärt.
Über offene oder frisch verletzte Haut wird ebenfalls nicht gestochen. Wo die Oberfläche nässt, wund ist oder stark gereizt, fehlt der geschlossene Grund, den der Vorgang braucht. Hier wartet man, bis sich die Stelle geschlossen und beruhigt hat, und klärt im Zweifel vorab ärztlich, ob sie so weit ist.
Wer dazu neigt, wulstige, über das Hautniveau erhabene Narben zu bilden, sogenannte Keloide, sollte vorab ärztlich abklären, ob das Verfahren in Frage kommt. Jeder einzelne Kanal ist eine winzige Verletzung. Eine Haut, die beim Verschließen kleiner Verletzungen zu wulstigem Gewebe neigt, kann das auch hier tun.
Blutverdünnende Mittel sind ein weiterer Punkt zum Abklären. Da die feinen Nadeln viele kleine Blutpunkte setzen, blutet eine Haut unter solchen Mitteln leichter und länger. Ob und wie das zusammenpasst, ist eine ärztliche Frage und vor der Session zu klären.
In der Schwangerschaft hält man sich zurück und klärt vorab ärztlich, ob überhaupt und was in Frage kommt.
Diese Aufzählung ist nicht vollständig. Andere Zustände der Haut, weitere Mittel, die man einnimmt, oder ein frischer Sonnenbrand an der Stelle können ebenso dagegen sprechen. Der ehrliche Weg ist, vorab zu nennen, was ärztlich schon geklärt ist, und das Unklare vor der ersten Session ärztlich klären zu lassen.
Wie oft wird gestochen und in welchem Abstand?
Wie oft gestochen wird und in welchem Abstand, hängt am Zustand der Haut und lässt sich nicht als feste Regel angeben. Zwischen zwei Sessions braucht die Haut Zeit, bis sich die feinen Öffnungen geschlossen und die Rötung gelegt hat. Wie lang das dauert, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Ein Abstand, der der Haut diese Zeit lässt, ist das eine; eine Zahl, die für alle gilt, gibt es nicht. Wer ein Angebot vor sich hat, das feste Serien schon vorab festlegt und im Paket bindet, darf fragen, worauf sich diese Zahl stützt.
Was ist vor und nach einer Session zu beachten?
Vor einer Session sollte die Haut an der Stelle ruhig und unversehrt sein, und was man an Mitteln einnimmt, gehört vorher zur Sprache gebracht. Ein frischer Sonnenbrand, eine gereizte oder gerade entzündete Stelle sprechen dagegen; dann wartet man, bis sich die Haut beruhigt hat. Wer blutverdünnende Mittel nimmt, klärt vorab ärztlich, ob die Session so in Frage kommt. In der Zeit danach ist die Haut für einige Tage gerötet und empfindlicher als sonst. Sonne und stark reizende Produkte machen ihr in dieser Phase eher zu schaffen, deshalb hält man sie eine Weile von der Stelle fern. Die feinen Öffnungen schließen sich in kurzer Zeit von allein; bis dahin ist die Haut etwas verletzlicher. Bleibt eine Stelle länger gerötet, geschwollen oder schmerzt sie, gehört das ärztlich angesehen.
Grenzen
Dieser Beitrag beschreibt den mechanischen Vorgang allgemein, er sagt nicht, wie eine bestimmte Haut darauf reagiert. Ergebnis und Dauer hängen vom einzelnen Menschen und vom Zustand seiner Haut ab. Ob eine Haut das Verfahren an einer Stelle verträgt, zeigt sich erst beim genauen Ansehen vor Ort und nachdem die ärztlichen Fragen geklärt sind. Zahlen, wie tief, wie oft oder in welchem Abstand, gibt dieser Text bewusst nicht vor. Das gehört an den Ort, der die Haut vor sich hat, nach ärztlicher Klärung.
Unsere Einschätzung
Wer über Microneedling nachdenkt, sollte die entscheidende Frage vorziehen: nicht, was das Verfahren verspricht, sondern ob die eigene Haut es an der Stelle verträgt. Das klärt sich, bevor irgendetwas gestochen wird. Am besten geschieht das mit einer ärztlichen Einordnung dessen, was an der Haut schon bekannt ist. Ein Versprechen auf ein festes Ergebnis oder eine bestimmte Dauer ist hier das falsche Signal; seriös ist, wer die Grenzen zuerst nennt. Der Vorgang selbst ist schnell erklärt: feine Nadeln, viele kleine Kanäle, eine Haut, die sich danach wieder schließt. Alles Weitere verlangt einen Nachweis. Den liefert ein Text wie dieser nicht, und ein Werbesatz erst recht nicht.
Häufige Fragen
Was ist Microneedling?
Ein mechanischer Vorgang, bei dem feine Nadeln viele winzige Kanäle in die oberste Hautschicht setzen. Das Gerät ist meist eine kleine Nadelwalze oder ein Stift mit beweglicher Spitze. Die Haut wird dabei an vielen Punkten kurz geöffnet und schließt sich in den Tagen danach von allein.
Tut Microneedling weh?
Meist wird vorher eine betäubende Creme aufgetragen, sodass das Stechen erträglicher ist. Viele beschreiben ein Kratzen oder Prickeln, das über dünner Haut und an knöchernen Stellen deutlicher ist. Danach ist die Haut für kurze Zeit gerötet und warm.
Für wen ist Microneedling nicht geeignet?
Nicht geeignet ist es bei akut entzündeter, infizierter, offener oder gereizter Haut an der Stelle, bei einer Neigung zu wulstigen Narben, bei blutverdünnenden Mitteln und in der Schwangerschaft. In diesen Fällen ist vorab ärztlich zu klären, ob es überhaupt in Frage kommt. Die Aufzählung ist nicht vollständig; im Zweifel gilt, das Unklare vorher ärztlich abzuklären.
Wie lange ist die Haut danach gerötet?
Meist ein bis zwei Tage, in denen die Stelle empfindlicher ist als sonst. Die feinen Öffnungen schließen sich in dieser Zeit von allein. Bleibt eine Stelle länger gerötet, geschwollen oder schmerzt sie, gehört das ärztlich angesehen.
Verschwinden Narben oder Pickelmale durch Microneedling?
Beschrieben wird hier der mechanische Vorgang. Wer wegen einer bestimmten Veränderung der Haut Rat sucht, klärt das ärztlich.