Fluss

Was stimmt beim Thema Trinken und Lymphe?

Genug zu trinken hält den Körper in Gang, treibt den Abtransport im Gewebe aber nicht an und schwemmt kein Fett aus.

Stand der inhaltlichen Prüfung: · Grundlage: Schmidt, Lang, Heckmann (Hrsg.): Physiologie des Menschen mit Pathophysiologie, Springer, Kapitel Herz-Kreislauf-System (Antrieb der Lymphgefäße durch Druck von außen: Muskelpumpe, Arterienpuls, Atmung; Abtransport von Flüssigkeit und Zellresten)

Der Rat, viel Wasser helfe der Lymphe und dem Abnehmen, mischt einen wahren Kern mit einer falschen Folgerung. Wahr ist, dass der Körper Wasser braucht und bei Mangel träger arbeitet; falsch, dass mehr Trinken den Abtransport im Gewebe beschleunigt. In Gang kommt der Lymphstrom durch Druck von außen, also durch Muskelbewegung und Atmung, nicht durch die Menge im Glas. Wasser löst auch kein Fett aus den Depots. Genug zu trinken bleibt sinnvoll, doch als Schraube am Gewicht taugt es nicht.

Genug zu trinken hält den Körper in Gang, treibt den Abtransport im Gewebe aber nicht schneller voran. Wer viel trinkt, füllt keinen Motor auf, den es an dieser Stelle nicht gibt. Der Rat, viel Wasser helfe der Lymphe und beim Abnehmen, mischt einen wahren Kern mit einer falschen Folgerung. Wahr ist, dass der Körper Wasser braucht und bei Mangel träger arbeitet. Dass ein Glas mehr den Strom im Gewebe beschleunigt oder Fett aus den Polstern schwemmt, stimmt nicht.

Treibt Trinken den Lymphfluss an?

Nein, mehr zu trinken macht den Abtransport im Gewebe nicht schneller; ihn bewegt allein Druck von außen. Das Leitungsnetz, das Wasser und Zellreste aus dem Gewebe abführt, hat keine eigene Pumpe. In Gang kommt der Lymphstrom, wenn Muskeln sich anspannen, wenn eine Arterie daneben pulst und wenn die Atmung den Brustkorb hebt schmidt-lang-physiologie. Ein volles Glas ändert an diesem Antrieb nichts. Wasser ist der Stoff, den das Netz führt. Geschoben wird der Strom von der Bewegung ringsum. Genug zu trinken hält den Körper flüssig genug, damit der Abtransport überhaupt läuft. Das ist eine Voraussetzung, kein Antrieb. Wer den Strom in Fahrt bringen will, muss sich bewegen und tief atmen, und dafür reicht kein Getränk. Ein zügiger Gang bewegt mehr als jede Menge im Bauch.

Spült Wasser das Fett aus dem Gewebe?

Nein, Wasser schwemmt kein Fett fort. Fett wird an Ort und Stelle von Fresszellen zerlegt, und die Bruchstücke wandern über die Lymphe zu den Filterstationen, bevor sie weiterverarbeitet werden schmidt-lang-physiologie. Das ist ein Umbau in kleinen Portionen, der Wochen braucht, und Wasser beschleunigt ihn nicht. Fett ist nicht wasserlöslich; es lässt sich nicht wie Salz in einem Glas auflösen und ausspülen. Das Bild vom Ausschwemmen führt in die Irre, weil es Wasser eine Kraft zuschreibt, die es nicht hat. Was die Waage nach viel Trinken kurz zeigt, ist das Getränk selbst, das der Körper über die nächsten Stunden wieder abgibt. Die Fettmasse bleibt davon unberührt.

Wie viel Trinken ist genug?

Genug ist, wenn der Durst gedeckt bleibt und der Urin über den Tag hell aussieht. Für die meisten sind das grob anderthalb bis zwei Liter Getränke, dazu das Wasser, das ohnehin im Essen steckt. Bei Hitze, bei körperlicher Arbeit oder beim Sport steigt der Bedarf, weil über den Schweiß mehr verlorengeht. Der Körper meldet diesen Bedarf selbst, und der Durst ist ein brauchbarer Wegweiser. Über das hinaus, was der Körper braucht, bringt jedes weitere Glas keinen Zusatz für das Gewebe. Die Nieren geben den Überschuss einfach wieder ab. Eine feste Literzahl, die für alle gilt, gibt es nicht; Größe, Bewegung und Wetter verschieben sie.

Was passiert bei zu wenig, was bei zu viel?

Zu wenig zu trinken macht den Körper träger, zu viel gibt er über die Nieren wieder ab. Bei Mangel wird das Blut dicker, der Kreislauf arbeitet schwerer, und Müdigkeit oder Kopfdruck stellen sich ein. Der Abtransport im Gewebe läuft dann zäher, weil weniger Flüssigkeit zum Ausgleich bereitsteht. Das spricht dafür, den Durst nicht zu übergehen, gerade an heißen Tagen. Am anderen Ende bringt viel Trinken wenig Gewinn, solange der Bedarf gedeckt ist. Die Nieren scheiden den Rest aus, und man läuft häufiger zur Toilette. Nur im Übermaß, weit jenseits des Durstes, kann sehr viel Wasser den Salzhaushalt aus dem Gleichgewicht bringen. Das ist ein seltener Fall, und wer daran zweifelt, klärt seinen Flüssigkeitsbedarf ärztlich.

Macht ein Glas Wasser vor dem Essen schlank?

Ein Glas vor dem Essen füllt den Magen und kann die Portion für den Moment kleiner ausfallen lassen, doch schlank macht das Wasser nicht. Der Magen meldet früher, dass er gefüllt ist, und mancher isst dann etwas weniger. Das betrifft den Appetit; am Fett ändert sich dadurch nichts. Verschwindet danach etwas, dann weil weniger Energie hereinkam, nicht weil Wasser etwas herausgetragen hätte. Wer sich darauf verlässt, ohne an der Menge über den Tag etwas zu ändern, wird wenig sehen. Das Glas ist ein kleiner Helfer.

Grenzen

Dieser Text erklärt, was Trinken im Gewebe bewirkt. Wie viel für Sie richtig ist, hängt von Größe, Bewegung und Wetter ab und lässt sich hier nicht als Zahl festschreiben. Wer eine Nieren- oder Herzsache hat oder Mittel nimmt, die den Wasserhaushalt betreffen, für den gelten eigene Regeln; das gehört in ärztliche Hände und nicht in einen allgemeinen Text. Auch anhaltende Schwellungen, die über Tage bleiben, nur eine Seite betreffen oder schmerzen, sind ein eigenes Beschwerdebild und ärztlich abzuklären. Ein Getränk ersetzt weder Bewegung noch eine kleinere Menge über den Tag.

Unsere Einschätzung

Für die Frau, die abnehmen will, rückt der Blick aufs Trinken eine verbreitete Hoffnung zurecht. Viel Wasser fühlt sich nach einem einfachen Hebel an, weil es nichts kostet und schnell getan ist. Nur ist dieser Hebel kaum mit etwas verbunden. Genug zu trinken hält den Körper in Gang, und das ist Grund genug, den Durst ernst zu nehmen. Am Fett ändert es nichts, und am Lymphstrom bewegt es weniger als ein Gang um den Block. Was am schnellsten getan ist, ist der kleinste Schritt. Der Wasserstand im Gewebe verschiebt sich in Stunden und macht den ersten Eindruck am Spiegel; er trägt ihn nicht über Wochen. Was wirklich zählt, sitzt höher, bei der Bewegung und beim Muskel, der auch in Ruhe Energie verbraucht. Dorthin führt der Weg weiter, nicht ins nächste Glas.

Häufige Fragen

Hilft viel Trinken der Lymphe?

Genug zu trinken ist die Voraussetzung dafür, dass der Abtransport im Gewebe überhaupt läuft. Antreiben lässt er sich dadurch nicht; das tun Bewegung und Atmung über den Druck von außen. Mehr als genug bringt an dieser Stelle keinen Zusatz.

Schwemmt Wasser Fett aus dem Körper?

Nein. Fett wird von Fresszellen zerlegt und über Wochen schrittweise verarbeitet, und Wasser beschleunigt das nicht. Fett ist nicht wasserlöslich; ausspülen lässt es sich nicht. Was die Waage nach viel Trinken kurz zeigt, ist das Getränk; um Fett geht es dabei nicht.

Wie viel sollte man am Tag trinken?

Grob anderthalb bis zwei Liter Getränke, dazu das Wasser aus dem Essen, reichen für die meisten. Bei Hitze und Bewegung steigt der Bedarf. Der Durst und ein heller Urin sind ein brauchbarer Anhalt, eine feste Zahl für alle gibt es nicht.

Nimmt man ab, wenn man vor dem Essen ein Glas trinkt?

Ein Glas vor dem Essen füllt den Magen und kann die Portion kleiner ausfallen lassen. Wer dadurch weniger isst, nimmt weniger Energie auf. Das Wasser selbst trägt kein Fett fort; der Effekt liegt beim Appetit, nicht im Glas.

Kann zu wenig Trinken das Abnehmen bremsen?

Zu wenig zu trinken macht den Körper träger und den Kreislauf schwerer, ein hilfreicher Zustand ist das nicht. Ein Wundermittel zum Abnehmen ist genug zu trinken deshalb aber nicht. Es hält den Körper arbeitsfähig.

Belege

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