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Wie steuern Östrogen und Testosteron die Fettverteilung?

Östrogen und Testosteron geben vor, wo der Körper Fett anlegt: eher an Hüfte und Oberschenkeln oder eher am Bauch; über die Jahre verschiebt sich das Muster mit dem Hormonhaushalt.

Stand der inhaltlichen Prüfung: · Grundlage: Schmidt, Lang, Heckmann (Hrsg.): Physiologie des Menschen mit Pathophysiologie, Springer; allgemeine Physiologie der Geschlechtshormone und des Fettstoffwechsels (Fettgewebe als Energiespeicher, Verteilung des Körperfetts über den Körper, Energieverbrauch von Muskel- und Fettgewebe und Grundumsatz); kein gerätebezogener Beleg

Östrogen und Testosteron prägen, an welcher Stelle der Körper Fett anlegt. Unter dem Einfluss von Östrogen füllt sich bei Frauen zuerst der Bereich um Hüften, Gesäß und Oberschenkel, und der Körper hält dieses Fett als zähen Vorrat. Testosteron lenkt das Fett beim Mann zur Körpermitte, wo ein Teil davon tief im Bauchraum liegt. Über das Leben verschiebt sich der Hormonhaushalt: In den Wechseljahren sinkt das Östrogen, und das Fett wandert stärker zum Bauch; beim Mann geschieht Ähnliches langsam über die Jahre. Das Muster ist eine Anlage und keine Frage der Disziplin, und wie viel Fett insgesamt liegt, entscheidet sich weiter über die Menge über die Zeit.

Bei Frauen legt der Körper Fett oft an Hüfte und Oberschenkeln an, bei Männern eher am Bauch. Dahinter stehen die Geschlechtshormone. Sie geben das Muster vor, nach dem sich das Fett verteilt, und sie erklären, warum zwei Menschen mit demselben Gewicht ganz verschieden gebaut sein können. Über das Leben ändert sich der Hormonhaushalt, und mit ihm wandert das Fett. Das ist keine Frage der Haltung. Es ist die Ordnung, nach der der Körper seinen Vorrat anlegt.

Warum sitzt Fett bei Frauen und Männern an verschiedenen Stellen?

Fett sitzt bei Frauen und Männern an verschiedenen Stellen, weil die Geschlechtshormone dem Körper vorgeben, wo er seinen Vorrat bevorzugt anlegt schmidt-lang-physiologie. Der Körper speichert Energie, die er gerade nicht braucht, in Fettzellen, und die liegen über den ganzen Körper verteilt. Wie viel davon an welche Stelle geht, ist nicht überall gleich. Bei vielen Frauen füllt sich zuerst der Bereich um Hüften, Gesäß und Oberschenkel, das, was im Alltag Hüftgold oder Reiterhosen heißt. Bei vielen Männern wächst zuerst der Bauch, nach vorn und fest. Daraus sind die bekannten Bilder von der Birne und dem Apfel entstanden. Sie treffen eine grobe Neigung, keine feste Regel. Es gibt schlanke Männer mit weichen Hüften und Frauen, die vor allem am Bauch zunehmen.

Ein zweiter Unterschied liegt tiefer. Ein Teil des Fetts liegt direkt unter der Haut, weich und greifbar. Ein anderer Teil liegt im Bauchraum, um die Organe herum, und macht den Bauch fest und rund. Frauen tragen im mittleren Lebensabschnitt mehr von dem weichen Fett unter der Haut, Männer mehr von dem tiefen im Bauch. Auch diese Aufteilung folgt dem Hormonhaushalt.

Was macht Östrogen mit dem Fett?

Östrogen lenkt das Fett bei Frauen bevorzugt an Hüften, Gesäß und Oberschenkel und hält es dort als Vorrat. Es ist das Hormon, das den weiblichen Körper prägt, und es beeinflusst auch, wo der Körper Fett anlegt. Solange viel davon vorhanden ist, füllen sich die Depots an der unteren Körperhälfte zuerst. Der Körper gibt dieses Fett zudem zäher wieder her als das am Bauch. Er hält es als Reserve, an die er nicht bei jedem Bedarf sofort herangeht.

Der Hintergrund liegt in der Fähigkeit, ein Kind zu tragen und zu stillen. Für Zeiten erhöhten Bedarfs legt der Körper an Hüfte und Oberschenkel eine Reserve an und verteidigt sie länger. Deshalb halten sich diese Polster oft hartnäckig, auch bei Frauen, die sonst schlank sind. Wer an der Hüfte oder am Oberschenkel eine Stelle mit sich trägt, die trotz Mühe bleibt, sieht darin oft ein Zeichen von zu wenig Einsatz. Meist ist es die Anlage, die dahintersteht.

Was macht Testosteron mit dem Fett?

Testosteron verschiebt das Fett beim Mann zur Körpermitte und begünstigt zugleich mehr Muskelmasse. Es ist das Hormon, das den männlichen Körper prägt. Unter seinem Einfluss wandert das Fett von den Hüften weg zum Bauch hin, unter die Haut und tiefer, zwischen die Organe. Ein Männerbauch, der nach vorn steht und sich fest anfühlt, trägt oft einen großen Anteil dieses tiefen Fetts. Das ist der Grund, warum er anders wirkt als ein weiches Polster: Er sitzt zu einem Teil hinter der Bauchdecke.

Testosteron trägt zugleich dazu bei, dass Männer im Schnitt mehr Muskeln haben. Muskelgewebe verbraucht auch in Ruhe Energie, Fettgewebe dagegen kaum schmidt-lang-physiologie. Ein Körper mit mehr Muskeln setzt darum in Ruhe etwas mehr um. Das ändert nichts am Ort, an dem das Fett sitzt, doch es gehört zum selben hormonellen Bild, das den männlichen Körper von dem weiblichen unterscheidet.

Warum ändert sich das Muster in den Wechseljahren?

In den Wechseljahren sinkt das Östrogen, und mit ihm verschiebt sich das Fett von den Hüften stärker zur Körpermitte. Die Wechseljahre sind ein normaler Lebensabschnitt, in dem die Eierstöcke weniger Östrogen bilden. Solange viel davon da war, ging ein großer Teil des Fetts an Hüften und Oberschenkel. Lässt der Spiegel nach, fällt dieser Einfluss weg, und das Muster gleicht sich dem an, das man von Männern kennt. Mehr geht dann an den Bauch, auch mehr von dem tiefen Fett im Bauchraum.

Viele Frauen bemerken das daran, dass die Hose am Bund enger wird, während sich an Hüfte und Bein weniger ändert. Das Gewicht muss dafür nicht einmal steigen. Oft verteilt sich dieselbe Menge nur anders. Wie viel Fett in dieser Zeit dazukommt und was sonst noch mitspielt, gehört in einen eigenen Text.

Warum verschiebt sich auch bei Männern mit den Jahren das Fett?

Auch bei Männern nimmt der Bauch mit den Jahren oft zu, weil der Testosteronspiegel langsam sinkt und die Muskelmasse abnimmt. Beim Mann fällt der Spiegel nicht in einem kurzen Abschnitt, er sinkt langsam über Jahrzehnte. Mit ihm geht häufig Muskelmasse verloren. Weniger Muskel bedeutet einen niedrigeren Grundumsatz, denn Muskelgewebe verbraucht auch in Ruhe Energie schmidt-lang-physiologie.

Der Körper setzt dann in Ruhe etwas weniger um, und was übrig bleibt, legt er an, bei vielen Männern am Bauch. So wächst der Umfang mit den Jahren, auch wenn sich am Essen wenig geändert hat. Ein Teil davon ist das tiefe Fett im Bauchraum, das sich von außen nicht greifen lässt. Warum gerade der Männerbauch ein Sonderfall ist, steht an anderer Stelle.

Bestimmt das Geschlecht allein, wo das Fett sitzt?

Nein. Das Geschlecht gibt eine grobe Richtung vor, doch wo das Fett am Ende sitzt, hängt auch an der Veranlagung, am Alter und am Gewicht. Zwei Frauen mit demselben Gewicht können verschieden gebaut sein, die eine mehr an der Hüfte, die andere mehr am Bauch. Die Gene stecken den Rahmen ab, in dem die Hormone wirken.

Mit steigendem Gewicht füllen sich zudem irgendwann auch die Stellen, die sonst verschont bleiben. Und über die Jahre verschiebt sich der Hormonhaushalt bei beiden Geschlechtern, sodass das Muster aus jungen Jahren nicht das ganze Leben trägt. Wer sein eigenes Muster verstehen will, kommt mit der groben Einteilung nach Geschlecht nur bis zu einem gewissen Punkt.

Grenzen

Dieser Text erklärt das übliche Muster, nach dem sich Fett verteilt, nicht, warum es bei einem einzelnen Menschen genau so aussieht. Die Einteilung nach Geschlecht ist eine grobe Neigung; jeder Körper weicht davon ab. Es gibt zudem Fälle, in denen sich das Fett stark und ungewöhnlich verteilt, und dahinter kann eine Störung im Hormonhaushalt stehen. Bei Frauen mit vermehrter Körperbehaarung, unregelmäßigem Zyklus und Zunahme an der Körpermitte kann das etwa auf das PCOS hindeuten, eine hormonelle Störung, die eine ärztliche Abklärung verlangt. Auch eine stark und schmerzhaft vermehrte Fettansammlung an Beinen oder Armen, die sich nicht wegtrainieren lässt, kann eine eigene Ursache haben; ein Beispiel ist das Lipödem. Über Hormonpräparate und einen Hormonersatz entscheidet ebenfalls die ärztliche Seite; sie sind nicht Gegenstand dieses Beitrags.

Unsere Einschätzung

Für die Frau, die abnehmen will, erklärt das Muster vor allem eines: warum die störende Stelle so oft genau dort sitzt, wo sie am zähesten hält. Die Hormone geben vor, wo der Körper Fett anlegt und wie leicht er es wieder hergibt. An Hüfte und Oberschenkel hält der weibliche Körper einen Vorrat, an den er nur langsam herangeht. Das erklärt, warum gerade diese Polster bleiben, während der Rest längst nachgegeben hat.

Ändern lässt sich das Muster von außen kaum; es gehört zur Ausstattung des Körpers. Was sich ändern lässt, ist die Gesamtmenge über die Zeit, über Schlaf, Bewegung, Essen und den Umgang mit dem eigenen Nervensystem. Die Hormone steuern, wo und wie das Fett sitzt. Das schnell Sichtbare an der Tür ist der Anfang; das Gewicht entscheidet sich über den Alltag. Wer sein Muster kennt, misst einer einzelnen Stelle weniger bei und schaut auf den ganzen Körper und die lange Linie.

Häufige Fragen

Warum nehme ich als Frau vor allem an Hüften und Oberschenkeln zu?

Weil Östrogen das Fett bei Frauen bevorzugt an die untere Körperhälfte lenkt und der Körper es dort als Vorrat hält. Dieses Fett gibt er zäher wieder her als das am Bauch. Deshalb halten sich Hüften und Oberschenkel oft, auch wenn Sie sonst schlank sind. Das Muster ist eine Anlage und keine Folge von zu wenig Disziplin.

Warum bekommen Männer eher einen Bauch?

Weil Testosteron das Fett zur Körpermitte lenkt und ein Teil davon tief im Bauchraum liegt, hinter der Bauchdecke. Dieser Bauch steht nach vorn und fühlt sich fest an. Mit den Jahren sinkt der Testosteronspiegel und die Muskelmasse nimmt ab, was den Bauch oft weiter wachsen lässt.

Verändert sich die Fettverteilung in den Wechseljahren?

Ja. Wenn das Östrogen nachlässt, verschiebt sich das Fett stärker zur Körpermitte, ähnlich dem Muster, das man von Männern kennt. Viele bemerken das daran, dass die Hose am Bund enger wird, während sich an Hüfte und Bein wenig ändert. Das Gewicht muss dafür nicht steigen; oft verteilt sich dieselbe Menge nur anders.

Kann ich meine Fettverteilung verändern?

Das Grundmuster kaum, die Gesamtmenge schon. Wo der Körper Fett bevorzugt anlegt, geben Hormone und Veranlagung vor, und das lässt sich von außen kaum umschreiben. Was sich ändert, ist die Menge über die Zeit, und mit ihr wird auch ein zähes Polster kleiner, wenn auch oft als Letztes. In den Wechseljahren verschiebt sich das Muster zudem von selbst, weil das Östrogen nachlässt.

Ist eine ungewöhnliche Fettverteilung ein Grund, zur Ärztin zu gehen?

Wenn sich das Fett stark und ungewöhnlich verteilt und Zeichen wie ein unregelmäßiger Zyklus, vermehrte Behaarung oder schmerzhafte Polster dazukommen, ist die ärztliche Abklärung der richtige Weg. Dahinter kann eine hormonelle Störung wie das PCOS oder eine andere Ursache wie das Lipödem stehen. Das zeigt eine ärztliche Untersuchung.

Belege

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