Stand der inhaltlichen Prüfung: · Grundlage: Schmidt, Lang, Heckmann (Hrsg.): Physiologie des Menschen mit Pathophysiologie, Springer; allgemeine Physiologie der Fettverteilung, des Grundumsatzes (Muskelgewebe verbraucht auch in Ruhe Energie, Fettgewebe kaum) und des Energiehaushalts; kein gerätebezogener Beleg
In den Wechseljahren sinkt das Östrogen, und damit fällt das Signal weg, das das Fett vorher an Hüfte und Oberschenkel gehalten hat. Der Körper legt jetzt mehr in der Bauchmitte an, ein Teil davon als tiefes Fett um die Organe herum. Zugleich nimmt die Muskelmasse ab und der Grundumsatz sinkt, sodass der Bauch wachsen kann, ohne dass jemand mehr isst. Das ist kein Zeichen fehlender Beherrschung, sondern die Folge einer Hormonumstellung. Was gegensteuert, ist der Aufbau von Muskeln, geregelter Schlaf und eine Ernährung, die satt hält, ohne dass die Menge über den Tag zu groß wird.
In den Wechseljahren wandert das Fett von Hüfte und Oberschenkel mehr zur Mitte. Was jahrelang unten saß, sammelt sich jetzt am Bauch, auch tiefer um die Organe herum schmidt-lang-physiologie. Der Grund liegt beim Östrogen, das über die Jahre sinkt. Dieses Hormon hat lange mitbestimmt, wo der Körper sein Fett anlegt. Fällt es, verschiebt sich das Muster. Viele bemerken es zuerst am Hosenbund, während die Waage kaum etwas anderes zeigt.
Warum verlagert sich das Fett in den Wechseljahren zum Bauch?
In den Wechseljahren verschiebt sich das Fett zum Bauch, weil ein Hormon nachlässt, das es vorher an Hüfte und Oberschenkel gehalten hat. Dieses Hormon ist das Östrogen. Solange der Körper viel davon bildet, legt er einen Teil des Fetts bevorzugt an Hüfte, Gesäß und Oberschenkel an. Das ist das Polster, das viele als Hüftgold kennen. Mit den Wechseljahren lässt die Bildung nach. Der Körper verliert damit das Signal, das die untere Verteilung begünstigt hat. Was übrig bleibt, folgt eher dem Muster, das man von Männern kennt: mehr in der Mitte, mehr am Bauch. Deshalb ändert sich die Form oft, noch bevor das Gewicht steigt. Manche Frauen wiegen so viel wie mit vierzig und finden ihre alten Hosen am Bund trotzdem eng.
Was ändert sich in den Wechseljahren am Hormonhaushalt?
In den Wechseljahren stellen die Eierstöcke ihre Arbeit nach und nach ein. Damit sinkt der Östrogenspiegel. Die Wechseljahre sind ein Abschnitt, den jeder weibliche Körper durchläuft, und keine Krankheit. Über mehrere Jahre kommt die Regelblutung unregelmäßiger und bleibt schließlich aus. In dieser Zeit schwankt der Hormonspiegel und pendelt sich am Ende auf einem niedrigen Wert ein. Östrogen wirkt an vielen Stellen im Körper, nicht nur an der Gebärmutter. Es hat auch damit zu tun, wie der Körper Fett verteilt und wie er mit Zucker umgeht. Wird es weniger, verschieben sich diese Abläufe. Das geschieht langsam und zieht sich über Jahre.
Warum wächst der Bauch in den Wechseljahren, obwohl das Essen gleich bleibt?
Der Bauch kann wachsen, ohne dass jemand mehr isst, weil in den Wechseljahren mehrere kleine Veränderungen zusammenkommen. Mit den Jahren nimmt die Muskelmasse ab, wenn man nichts dagegen tut. Muskeln verbrauchen auch in Ruhe Energie, Fett kaum schmidt-lang-physiologie. Sinkt der Muskelanteil, sinkt der Grundumsatz, und der Körper braucht etwas weniger als früher. Wer weiter isst wie mit dreißig, hat am Ende des Tages einen kleinen Überschuss. Dazu kommt, dass viele in dieser Zeit schlechter schlafen und der Alltag unruhiger wird. Beides schiebt den Appetit und die Lust auf Süßes an. Jeder einzelne Punkt ist klein. Zusammen reichen sie, dass der Umfang über Monate zunimmt, während die Portionen gleich aussehen.
Was unterscheidet das Fett unter der Haut vom tiefen Bauchfett?
Am Bauch liegt Fett an zwei Orten, und in den Wechseljahren wächst vor allem der tiefere Teil. Ein Teil sitzt direkt unter der Haut, den kann man greifen. Ein anderer Teil liegt tiefer, rund um die inneren Organe, und heißt viszerales Fett. Solange viel Östrogen da ist, hält der Körper eher den oberflächlichen Anteil an Hüfte und Beinen. Fällt das Östrogen, nimmt der tiefe Anteil in der Bauchmitte zu. Dieses tiefe Fett verhält sich anders als das unter der Haut. Es tauscht seinen Inhalt schneller aus und mischt sich stärker in den Stoffwechsel ein. Ein wachsender Bauch in den Wechseljahren ist deshalb oft mehr als eine Frage der Optik. Wie sich beide Fettarten sonst unterscheiden, gehört in einen eigenen Text.
Verschiebt sich das Fett bei allen Frauen gleich?
Wie stark sich das Fett verlagert, ist von Frau zu Frau verschieden und hängt auch von der Veranlagung ab. Manche merken kaum etwas und behalten ihre Form über die Wechseljahre hinweg. Bei anderen ändert sich der Bund der Hose deutlich, obwohl das Gewicht kaum steigt. Ein Teil davon liegt in den Genen, die mitbestimmen, wo der Körper Fett bevorzugt anlegt. Ein anderer Teil hängt am Muskel, an der Bewegung und am Schlaf, also an Dingen, die sich beeinflussen lassen. Auch der Zeitpunkt spielt mit. Die Verschiebung setzt oft in den Jahren um die letzte Regelblutung ein und zieht sich danach weiter. Wer früh auf Muskel und Schlaf achtet, geht mit anderen Voraussetzungen in diese Zeit.
Ist die Umverteilung ein Zeichen fehlender Beherrschung?
Der wachsende Bauch in den Wechseljahren ist kein Versagen des Willens, sondern die Folge einer Hormonumstellung. Viele Frauen tun in dieser Zeit dasselbe wie immer und sehen den Körper trotzdem eine andere Form annehmen. Das verunsichert, weil es sich anfühlt, als sei die Kontrolle abhandengekommen. Der Körper folgt hier aber einem inneren Wandel, den keine Portionskontrolle allein aufhält. Das heißt nicht, dass sich nichts machen lässt. Es heißt, dass der alte Weg — einfach etwas weniger essen — nicht mehr so greift wie mit dreißig. Wer das versteht, sucht die Ursache in der Hormonumstellung und weniger im eigenen Verhalten.
Was hilft, wenn sich das Fett umverteilt?
Was hilft, ist der Aufbau von Muskeln, geregelter Schlaf und eine Ernährung, die satt hält, ohne dass die Menge über den Tag zu groß wird. Muskeln sind ein starker Hebel, weil sie den Grundumsatz stützen, der sonst mit den Jahren nachgibt. Krafttraining zwei- bis dreimal die Woche bringt hier mehr als langes Ausdauertraining, und man braucht dafür kein Fitnessstudio. Geregelter Schlaf bringt den Appetit und den Tagesrhythmus in die Spur, sodass der Griff zu Süßem am Abend nachlässt. Beim Essen kommt es darauf an, dass genug Eiweiß dabei ist und die Menge über den Tag passt; eine bestimmte Wunderkost braucht es nicht. Eiweiß hält satt und schützt die Muskeln, wenn man abnimmt. Auch die Bewegung im Alltag zählt: Treppen, Wege zu Fuß, Aufstehen zwischendurch tragen oft mehr bei als die eine Sporteinheit. Keiner dieser Wege zeigt über Nacht etwas. Sie verändern über Wochen die Bedingungen, unter denen der Körper Fett hält oder abgibt.
Grenzen
Dieser Text erklärt, wie das sinkende Östrogen in den Wechseljahren die Fettverteilung ändert, nicht, was bei Beschwerden im Einzelfall zu tun ist. Die Wechseljahre verlaufen sehr verschieden, und wie stark sich der Körper verändert, hängt von vielen Dingen ab, die sich hier nicht vorhersagen lassen. Ein Bauch, der rasch und ohne erkennbaren Grund wächst, kann auch andere Ursachen haben. Eine Unterfunktion der Schilddrüse etwa verändert den Stoffwechsel und das Gewicht; ob sie vorliegt, zeigt eine ärztliche Untersuchung. Auch ein gestörter Zuckerstoffwechsel gehört ärztlich abgeklärt. Über Hormonpräparate und einen Hormonersatz entscheidet ebenfalls die ärztliche Seite; sie greifen in den ganzen Körper ein und sind nicht Gegenstand dieses Beitrags.
Unsere Einschätzung
Für die Frau, die in den Wechseljahren abnehmen will, sitzt der Hebel weiter oben, als der Blick in den Spiegel vermuten lässt. Hormone steuern, wo und wie das Fett sitzt, und in dieser Lebensphase ordnen sie es gerade neu. Schlaf, Muskel und Ernährung wirken darüber stärker auf die Form als das, was sich an der Tür am schnellsten zeigt. Das ist unbequem, weil diese Schrauben langsam antworten und die Waage lange wenig verrät. Genau daran gehen viele vorbei. Sie arbeiten an dem, was sofort ins Auge fällt, und lassen die Hormonlage, wie sie ist. was am meisten entscheidet, sieht man am spätesten. Die Umverteilung in den Wechseljahren gehört zur zweiten Sorte. Wer sie versteht, arbeitet an einer Stelle, die weiter oben sitzt als das sichtbare Polster, auch wenn sie später antwortet als der erste Blick.
Häufige Fragen
Warum nehme ich in den Wechseljahren am Bauch zu, obwohl ich nicht mehr esse?
Weil mehrere kleine Veränderungen zusammenkommen. Das Östrogen sinkt und verschiebt das Fett zur Mitte, die Muskelmasse nimmt ab und mit ihr der Grundumsatz, und der Schlaf wird oft unruhiger. Zusammen lassen sie den Bauch wachsen, während die Portionen auf dem Teller gleich bleiben.
Geht das Bauchfett nach den Wechseljahren wieder weg?
Es geht zurück, wenn über die Zeit weniger Energie hereinkommt, als der Körper verbraucht, und wenn Muskeln den Grundumsatz stützen. Das tiefe Bauchfett spricht darauf sogar recht gut an. Schnell geht es nicht, und wie viel am Ende weicht, ist von Frau zu Frau verschieden.
Wirkt sich ein Hormonersatz auf das Gewicht aus?
Ob ein Hormonersatz infrage kommt, ist eine ärztliche Frage und richtet sich nach der ganzen Lage, nicht nach dem Gewicht allein. Solche Präparate greifen in den Hormonhaushalt des ganzen Körpers ein. Über Nutzen und Risiko entscheidet die ärztliche Seite, nicht der Wunsch nach einer schlankeren Mitte.
Kann ich das Bauchfett gezielt wegtrainieren?
Gezielt an einer Stelle abnehmen geht nicht. Übungen für die Bauchmuskeln festigen den Muskel unter dem Fett, an der Schicht darüber ändern sie nichts. In den Wechseljahren zählt vor allem, dass genug Muskeln den Grundumsatz stützen und die Menge über den Tag passt. Wo der Körper zuerst abgibt, bestimmt er selbst.
Ist die Zunahme in den Wechseljahren unvermeidlich?
Nicht zwangsläufig. Die Umverteilung des Fetts gehört zur Hormonumstellung, die Zunahme des Gewichts nicht. Wer die Muskeln hält, auf den Schlaf achtet und die Menge über den Tag im Blick behält, kann gegensteuern. Die Form ändert sich womöglich trotzdem etwas, weil das Muster der Verteilung sich verschiebt.