Schlaf

Was hat die Schilddrüse mit dem Stoffwechsel zu tun?

Die Schilddrüse stellt Hormone her, die das Tempo des Ruhestoffwechsels festlegen; eine echte Unterfunktion bremst den Verbrauch, erklärt das Gewicht bei den meisten aber nicht allein.

Stand der inhaltlichen Prüfung: · Grundlage: Schmidt, Lang, Heckmann (Hrsg.): Physiologie des Menschen mit Pathophysiologie, Springer; allgemeine Physiologie des Grundumsatzes und Energiehaushalts (Ruheenergieverbrauch der Gewebe, Tempo des Stoffwechsels in Ruhe); kein gerätebezogener Beleg

Die Schilddrüse gibt über ihre Hormone den Takt vor, in dem der Körper in Ruhe Energie umsetzt, und bestimmt so den Grundumsatz mit. Läuft die Drüse zu langsam, sinkt der Verbrauch, und Zeichen wie Müdigkeit, Frieren und eine leichtere Zunahme können auftreten. Eine solche Unterfunktion und die Entzündung namens Hashimoto sind Erkrankungen; sie gehören ärztlich abgeklärt und eingestellt. Für die meisten Menschen, bei denen das Abnehmen zäh geht, arbeitet die Schilddrüse normal, und die Gründe liegen bei der Menge über den Tag, beim Schlaf, beim Stress und bei der Bewegung. Ist eine Unterfunktion ärztlich eingestellt, kehrt der Stoffwechsel auf sein gewohntes Maß zurück.

Die Schilddrüse gibt den Takt vor, in dem der Körper Energie umsetzt. Sie ist eine kleine Drüse am Hals, unterhalb des Kehlkopfs, und für ihre Größe hat sie viel Gewicht. Ihre Hormone bestimmen, wie schnell der Ruhestoffwechsel läuft, also wie viel der Körper verbraucht, während er nichts tut schmidt-lang-physiologie. Läuft der Takt langsamer, zieht der Körper weniger; läuft er schneller, mehr. Deshalb fällt der Name Schilddrüse fast immer, sobald es ums Gewicht geht.

Was regelt die Schilddrüse im Stoffwechsel?

Die Schilddrüse stellt Hormone her, die das Tempo festlegen, in dem der Körper in Ruhe Energie umsetzt schmidt-lang-physiologie. Diesen Verbrauch in Ruhe nennt man Grundumsatz. Bei den meisten Menschen ist er der größte Posten des Tages. Wie hoch er liegt, hängt an mehreren Größen, und eine davon sind die Botenstoffe aus der Schilddrüse. Sie erreichen über das Blut fast jede Zelle und stellen dort ein, wie flott sie arbeitet. Man kann sich das wie einen Grundtakt denken, der überall im Körper mitläuft. Die beiden Hormone heißen T3 und T4, nach der Zahl der Jodatome, die sie tragen. Für den Alltag genügt ein Bild: Sie sind der Regler, der bestimmt, ob der Motor im Leerlauf höher oder tiefer dreht.

Wie greifen die Schilddrüsenhormone in den Energieverbrauch ein?

Die Hormone heben oder senken, wie viel Energie die Zellen in Ruhe umsetzen schmidt-lang-physiologie. Ein Teil dieser Energie geht in Wärme, ein Teil in die laufende Arbeit der Zelle. Bei viel Hormon dreht der Leerlauf höher: Der Körper gibt mehr Wärme ab, das Herz schlägt rascher, alles hat mehr Tempo. Bei wenig Hormon geht das Gegenteil vor sich. Der Verbrauch sinkt, und der Körper spart, wo er kann. Weil fast jede Zelle auf diese Botenstoffe hört, betrifft der Regler den ganzen Körper und nicht eine einzelne Stelle. Das erklärt, warum sich ein Zuviel oder ein Zuwenig breit bemerkbar macht und selten auf ein einzelnes Zeichen beschränkt bleibt: an der Wärme, am Puls, am Antrieb, am Gewicht. Auch die Körpertemperatur hängt daran. Der Körper hält seine Wärme über den Verbrauch in Ruhe, und läuft dieser langsamer, entsteht weniger davon.

Was bedeutet eine Unterfunktion für den Stoffwechsel?

Bei einer Unterfunktion stellt die Schilddrüse zu wenig Hormon her, und der Stoffwechsel läuft langsamer. Der Körper verbraucht in Ruhe weniger, und das macht sich über die Zeit bemerkbar. Viele fühlen sich müde und schlapp, frieren leicht, sind verstopft, die Haut wird trocken, das Gewicht steigt leichter, obwohl sich am Essen wenig geändert hat. Eine häufige Ursache ist eine anhaltende Entzündung des Gewebes, die als Hashimoto bekannt ist. Hier hört die Aufklärung auf, und die ärztliche Seite fängt an. Die Unterfunktion und Hashimoto sind Erkrankungen. Sie gehören ärztlich abgeklärt und eingestellt, meist über ein Hormon in Tablettenform, das die fehlende Menge ersetzt. Das ist eine ärztliche Sache und kein Feld für Selbstversuche. Ein Gefühl von Müdigkeit hat oft harmlose Gründe. Sicherheit gibt eine ärztliche Blutuntersuchung.

Ist die Schilddrüse schuld, wenn das Abnehmen schwerfällt?

Meistens erklärt die Schilddrüse ein hartnäckiges Gewicht nicht allein. Eine echte Unterfunktion bremst den Verbrauch, doch der Unterschied fällt oft kleiner aus, als man hofft, wenn man eine einzelne Ursache sucht. Bei den meisten Menschen, bei denen das Abnehmen zäh geht, arbeitet die Schilddrüse normal. Die Gründe liegen woanders: an der Menge über den Tag, am Schlaf, am Stress, an der Bewegung. Zugleich taugt die Drüse nicht als bequeme Ausrede. Wer über längere Zeit müde ist, friert und zunimmt, ohne dass sich etwas geändert hat, hat einen guten Grund, es ärztlich prüfen zu lassen. Und wer eine festgestellte Unterfunktion hat und ärztlich gut eingestellt ist, steht beim Abnehmen wieder auf demselben Boden wie alle anderen. Die Schilddrüse ist dann geklärt und nicht länger die offene Frage.

Wie stark verändert die Schilddrüse das Gewicht?

Der Einfluss auf die Waage ist da, aber begrenzt. Bei einer nicht eingestellten Unterfunktion kommen oft ein paar Kilo dazu, und ein Teil davon ist Wasser, das der Körper vermehrt hält. Reines Fett ist nur ein Teil davon. Der gebremste Verbrauch summiert sich über Wochen, doch er verwandelt einen gewöhnlichen Alltag nicht in eine ständige Zunahme. Sobald die Menge an Hormon ärztlich wieder stimmt, kehrt der Verbrauch auf sein gewohntes Maß zurück, und das zusätzliche Wasser geht meist mit. Die andere Richtung gibt es auch. Bei einer Überfunktion läuft der Stoffwechsel zu schnell, und das Gewicht kann trotz gewohntem Essen fallen. Das ist kein Abnehmweg. Es ist selbst eine Erkrankung, die den Körper aus dem Takt bringt und ärztlich gehört. Wichtig ist die Größenordnung. Eine langsame Schilddrüse macht das Abnehmen etwas schwerer, sie schließt es nicht aus. Umgekehrt lässt sich der Stoffwechsel bei einer gesunden Schilddrüse nicht durch Tricks von außen ankurbeln. Der Regler steht dort, wo der Körper ihn braucht, und er dreht nicht höher, nur weil man es sich wünscht.

Was steuert, wie viel Hormon die Schilddrüse bildet?

Der Körper regelt die Menge selbst, über einen Kreislauf aus Messen und Nachsteuern. Eine übergeordnete Stelle im Gehirn misst den Spiegel im Blut. Über ein Steuerhormon gibt sie das Signal, mehr oder weniger herzustellen. Dieses Steuerhormon heißt TSH, und es ist der Wert, den die ärztliche Seite zuerst prüft, wenn sie die Schilddrüse beurteilt. Steigt das TSH, arbeitet die Drüse meist zu träge; ist es niedrig, oft zu flott. Dieser Kreis hält den Spiegel für gewöhnlich stabil, ohne dass man etwas dafür tun muss, und er lässt sich von außen kaum überlisten. Als Baustein braucht die Schilddrüse Jod aus der Nahrung. In Deutschland ist der Bedarf über jodiertes Salz und Seefisch bei den meisten gedeckt. Mehr Jod als nötig dreht den Stoffwechsel nicht schneller und kann die Drüse aus dem Takt bringen. Ein Jod- oder Schilddrüsen-Präparat aus eigener Hand ist deshalb kein Weg, den Verbrauch zu heben, und gehört, wo überhaupt nötig, in ärztliche Hände.

Grenzen

Dieser Text erklärt, wie die Schilddrüse das Tempo des Stoffwechsels mitbestimmt, nicht, wie Ihre eigenen Werte zu deuten sind. Ob eine Schilddrüse zu langsam oder zu schnell arbeitet, zeigt sich über das Blut und gehört in ärztliche Hände. Die Unterfunktion, die Überfunktion und die Entzündung namens Hashimoto sind Erkrankungen. Sie festzustellen und einzustellen ist ärztliche Sache. Über ein Hormon in Tablettenform, über Jodpräparate und andere Mittel, die in den Schilddrüsenhaushalt eingreifen, entscheidet die ärztliche Seite. Wenn bei Ihnen etwas an der Schilddrüse festgestellt wurde, richtet sich der Umgang damit nach ärztlichem Rat.

Unsere Einschätzung

Für die Frau, die abnehmen will, sitzt die Schilddrüse weit oben, an einer Stelle, an der Hormone den Rahmen setzen. Sie stellt den Grundtakt ein, in dem der Körper Energie umsetzt, und darüber wirkt sie leise auf das Gewicht, lange bevor Bewegung oder Essen ins Spiel kommen. Für die meisten ist sie trotzdem nicht der Grund, warum die Waage steht. Sie arbeitet normal, und der zähe Rest hat andere Ursachen. Wo aber wirklich eine Unterfunktion vorliegt, ist sie eine ernste Sache, die ärztlich geklärt und eingestellt gehört, und danach steht der Weg wieder offen.

Hormone entscheiden mit, wo und wie das Fett am Körper sitzt, und die Schilddrüse entscheidet mit, wie schnell er es umsetzt. Das ist unbequem, weil man an diesen Schrauben von außen wenig sieht. Ein glatterer Bauch nach wenigen Wochen fällt ins Auge. Ein Stoffwechsel, der wieder rund läuft, tut das nicht, und doch trägt er über Monate den größeren Teil. was am meisten entscheidet, sieht man am spätesten. Die Schilddrüse gehört zur zweiten Sorte.

Häufige Fragen

Kann eine Schilddrüsenunterfunktion dick machen?

Sie kann das Gewicht steigen lassen, meist um einige Kilo, und ein Teil davon ist Wasser. Der Stoffwechsel läuft langsamer, der Körper verbraucht in Ruhe weniger. Ein ganzes Übergewicht erklärt sie damit selten allein. Sobald die Unterfunktion ärztlich eingestellt ist, kehrt der Verbrauch auf sein gewohntes Maß zurück.

Woran erkenne ich, ob meine Schilddrüse zu langsam arbeitet?

Das lässt sich nicht selbst erkennen. Müdigkeit, Frieren und eine Zunahme können auf eine Unterfunktion deuten, sie haben aber viele andere, harmlose Gründe. Sicherheit gibt eine ärztliche Blutuntersuchung.

Hilft Jod, den Stoffwechsel anzukurbeln?

Zusätzliches Jod bringt keinen schnelleren Stoffwechsel. Der Bedarf ist über jodiertes Salz und Seefisch meist gedeckt. Mehr als nötig kann die Schilddrüse aus dem Takt bringen. Ob im Einzelfall ein Mangel oder ein Zuviel vorliegt, klärt die ärztliche Seite.

Kann ich mit einer eingestellten Unterfunktion normal abnehmen?

Ja. Ist die fehlende Hormonmenge ärztlich ersetzt, arbeitet der Stoffwechsel wieder auf gewohntem Maß, und fürs Abnehmen gelten dieselben Regeln wie für alle. Es kann etwas dauern, bis die Einstellung passt; das begleitet die ärztliche Seite.

Ist ein langsamer Stoffwechsel immer die Schilddrüse?

Nein. Der Ruheverbrauch hängt an mehreren Größen, vor allem am Anteil an Muskeln, dazu an Alter, Größe und Geschlecht. Eine strenge Diät senkt ihn zusätzlich. Die Schilddrüse ist nur eine Stellschraube unter mehreren, und für die meisten arbeitet sie normal.

Belege

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