Atem

Wie treibt die Atmung den Lymphfluss an?

Jeder Atemzug wirkt wie ein Balg auf den Rumpf und schiebt die Lymphe abschnittsweise Richtung Herz.

Stand der inhaltlichen Prüfung: · Grundlage: Schmidt, Lang, Heckmann (Hrsg.): Physiologie des Menschen mit Pathophysiologie, Springer, Kapitel Herz-Kreislauf-System (Antrieb der Lymphgefäße durch Atembewegung, Druckwechsel im Bauch- und Brustraum, Klappen und Rückfluss über den Hauptsammelstrang)

Das Leitungsnetz, das Wasser und Zellreste aus dem Gewebe abführt, hat keinen eigenen Motor und lebt vom Druck, der von außen darauf wirkt. Im Rumpf liefert diesen Druck der Atem. Beim Einatmen tritt das Zwerchfell nach unten, der Druck im Bauch steigt und presst die Leitungen zusammen, während im Brustkorb ein Sog entsteht, der die Lymphe ansaugt. Tiefe Bauchatmung bewegt das Zwerchfell weit und treibt den Strom kräftig an, flache Brustatmung kaum. Der so bewegte Abtransport verschiebt Wasser im Gewebe und damit kurzfristig das Aussehen, nicht die Fettmasse.

Ein tiefer Atemzug bewegt mehr als Luft. Mit jedem Einatmen tritt der große Muskel zwischen Brust und Bauch nach unten, der Druck im Bauchraum steigt, und dieser Druck schiebt die Lymphe ein Stück weiter Richtung Herz schmidt-lang-physiologie. Das Leitungsnetz, das Wasser und Zellreste aus dem Gewebe abführt, hat keinen eigenen Motor; es lebt vom Druck, der von außen darauf wirkt schmidt-lang-physiologie. Im Rumpf liefert diesen Druck der Atem. Flach in die Brust geatmet, bewegt er wenig. Tief in den Bauch, bewegt er viel.

Wie schiebt die Atmung die Lymphe durch den Rumpf?

Die Atmung wirkt wie ein Balg. Beim Einatmen presst der steigende Druck im Bauch die Leitungen zusammen, beim Ausatmen lassen sie wieder los. Feine Klappen sorgen dafür, dass die Lymphe dabei nur in eine Richtung rückt schmidt-lang-physiologie. Zugleich weitet sich der Brustkorb, der Druck darin sinkt, und dieser Sog zieht die Flüssigkeit aus dem Bauchraum nach oben. Der Hauptstrang, in dem sich der Abfluss des ganzen Unterkörpers sammelt, zieht durch den Atemmuskel hindurch. Genau dort trifft ihn der Wechsel aus Druck und Sog bei jedem Atemzug. So entsteht aus dem bloßen Auf und Ab der Atmung eine Förderung, die immer in dieselbe Richtung läuft. Zurück kann die Lymphe nicht, die Klappen halten sie fest.

Was macht das Zwerchfell dabei genau?

Der große, kuppelförmige Muskel spannt sich zwischen Brust- und Bauchraum und trennt beide voneinander; man nennt ihn Zwerchfell. Beim Einatmen zieht er sich zusammen, flacht ab und tritt nach unten. Er drückt dabei auf die Organe im Bauch, und der Druck dort steigt. Beim Ausatmen federt er wieder nach oben, und der Druck fällt. Dieses Auf und Ab ist der eigentliche Antrieb, denn es erzeugt den Wechsel, der die Leitungen abschnittsweise leert und füllt schmidt-lang-physiologie. Bei ruhiger Atmung geschieht das zwölf- bis sechzehnmal in der Minute, ein steter Balg, der auch im Sitzen arbeitet. Je weiter der Muskel ausschlägt, desto größer der Druckwechsel und desto mehr wird bewegt.

Warum treibt tiefe Bauchatmung den Strom stärker an als flache Brustatmung?

Weil das Zwerchfell nur bei tiefer Atmung weit nach unten tritt und der Druckwechsel im Bauch dann groß genug wird, um die Leitungen kräftig zu pressen. Bei flacher Brustatmung heben sich nur die oberen Rippen. Der Atemmuskel bewegt sich kaum, der Druck im Bauch ändert sich wenig, und der Antrieb bleibt klein. Bei tiefer Bauchatmung hebt und senkt sich die Bauchdecke sichtbar, weil der Muskel weit ausschlägt und die Organe vor sich herschiebt. Wer eine Hand auf den Bauch legt, spürt den Unterschied: Hebt sich die Hand beim Einatmen, geht der Atem tief; bleibt sie still und heben sich die Schultern, geht er flach. Der tiefe Atem bewegt bei jedem Zug ein Vielfaches dessen, was der flache schafft.

Ändert die Nasenatmung etwas am Lymphfluss?

Die Nasenatmung wirkt mittelbar, über den Umweg des Atemmusters: Durch die Nase atmet man meist langsamer und tiefer, und die tiefe Atmung bewegt das Zwerchfell weiter als die flache. Die Nase bremst den Luftstrom und legt ihm einen Widerstand in den Weg. Das verlangsamt den Atem fast von selbst, und langsamer geht er in der Regel auch tiefer. Durch den offenen Mund atmet man dagegen leicht schnell und flach, oben in die Brust. Für den Strom im Rumpf zählt weniger die Nase an sich als die Tiefe, zu der sie den Atem führt.

Hängt ruhiges Atmen mit innerer Unruhe zusammen?

Ein hektischer, flacher Atem geht meist mit Anspannung einher, ein langsamer, tiefer mit einem ruhigeren Zustand. Wer zur Ruhe kommt, atmet von allein tiefer und langsamer, und wer bewusst tief und langsam atmet, findet oft leichter in die Ruhe. Für den Lymphfluss ist das ein günstiger Zusammenhang: Derselbe ruhige Atem, der mit Entspannung einhergeht, bewegt das Zwerchfell weit und treibt den Strom im Rumpf an. Die hektische, flache Atmung tut beides nicht. Das ist eine Beobachtung über gesunde Menschen im Alltag, keine Anleitung für den Umgang mit einem Beschwerdebild.

Grenzen

Die Atmung verschiebt Flüssigkeit im Gewebe, sie löst kein Fett. Ein paar tiefe Atemzüge treiben den Strom im Rumpf an, und über den Tag wirkt sich das auf den Wasserhaushalt aus; die Menge des Fetts bleibt gleich. Wer tief atmet, um den Abtransport zu fördern, ändert das Bild kurzfristig, nicht die Kontur auf Dauer. Anhaltende Schwellungen, Atemnot oder Beschwerden beim Atmen gehören ärztlich abgeklärt und sind kein Fall für Atemübungen. er beschreibt, wie der Atem den Strom antreibt.

Unsere Einschätzung

Tiefes Atmen tut dem Strom gut, und der Effekt ist schnell zu sehen: eine Kontur, die am Abend weniger aufgeschwemmt wirkt. Nur ist dieser schnelle Effekt Wasser, und Wasser ist kein Fett. Für jemanden, der abnehmen will, ist der Atem als Lymphpumpe eine schmale Stellschraube. Die eigentliche Bedeutung des Atems liegt nicht im Rumpf, sondern eine Stufe höher, dort wo sich Anspannung und Ruhe entscheiden. Der Atem ist die direkteste Stellschraube am Nervensystem, und über den Wechsel von Alarm und Ruhe hängt er mit Appetit und Einlagerung zusammen. An dieser Stelle wird aus einer Nebensache eine Hauptsache, und der Weg führt weiter zur Regulation von Anspannung und Ruhe.

Häufige Fragen

Reicht tiefes Atmen, um den Lymphfluss anzutreiben?

Für den Rumpf ja: Ein paar tiefe Atemzüge in den Bauch bewegen das Zwerchfell weit und treiben den Strom dort spürbar an. In den Beinen leistet die Bewegung der Waden die Hauptarbeit, dafür reicht der Atem allein nicht. Beides zusammen bewegt am meisten.

Wie atmet man richtig in den Bauch?

Man legt eine Hand auf den Bauch und lässt sie beim Einatmen nach vorn wandern, ohne die Schultern zu heben. Der Atem geht langsam und tief, das Ausatmen ruhig und etwas länger. Hebt sich die Bauchdecke und bleiben die Schultern unten, geht der Atem tief genug.

Ist flache Atmung schädlich?

Flache Atmung ist nicht schädlich, sie bewegt nur weniger. Der Körper atmet den ganzen Tag flach, wenn er ruhig sitzt, und das ist normal. Für den Antrieb der Lymphe im Rumpf bringt der tiefe Atem mehr, weil das Zwerchfell dabei weiter ausschlägt.

Braucht man dafür Übung oder Geräte?

Nein, tiefes Atmen verlangt weder Können noch Geräte noch einen festen Ablauf. Es genügt, ab und zu bewusst langsam und tief in den Bauch zu atmen, am besten durch die Nase. Wichtiger als die einzelne Anstrengung ist, dass es über den Tag immer wieder geschieht.

Belege

Verwandte Artikel