Atem

Was unterscheidet Nasenatmung von Mundatmung?

Die Nase filtert, wärmt und befeuchtet die Luft und bremst den Atem; durch den Mund strömt sie schneller, kühler und trockener.

Stand der inhaltlichen Prüfung: · Grundlage: Schmidt, Lang, Heckmann (Hrsg.): Physiologie des Menschen mit Pathophysiologie, Springer; Kapitel Atmung (Aufbereitung der Atemluft in den oberen Atemwegen: Filtern, Anwärmen, Anfeuchten; Atemwegswiderstand) und Zwerchfellatmung

Die Nase filtert die eingeatmete Luft, wärmt sie auf Körpertemperatur an und befeuchtet sie, bevor sie die Lunge erreicht. Weil der Weg durch die Nase enger ist, bremst sie den Atem und führt eher zu ruhigen, tiefen Zügen in den Bauch. Durch den Mund strömt die Luft schneller, kühler und trockener und kommt fast ungefiltert an; sinnvoll ist das vor allem bei Anstrengung, wenn viel Luft in kurzer Zeit gebraucht wird. Im Ruhezustand ist die Nase der vorgesehene Weg, der Mund die Reserve. Ein langsamer Atem durch die Nase gehört zu einem Körper, der nicht unter Hochspannung steht.

Die Nase tut mehr, als Luft durchzulassen. Sie fängt Teilchen ab, wärmt jeden Zug an und sättigt ihn mit Feuchtigkeit, bevor er die Lunge erreicht, und sie bremst ihn dabei schmidt-lang-physiologie. Durch den Mund geht es schneller, kühler und trockener; die Luft kommt fast ungefiltert an. Beide Wege führen dieselbe Luft in denselben Körper. Der Unterschied liegt darin, in welchem Zustand sie ankommt und wie rasch.

Was macht die Nase mit der Luft, was der Mund nicht kann?

Die Nase bereitet die Luft auf: Sie hält Staub und Teilchen zurück, wärmt den Strom auf Körpertemperatur an und feuchtet ihn an schmidt-lang-physiologie. Der Weg dorthin ist eng und verwinkelt. Feine Härchen und eine feuchte Schleimhaut kleiden ihn aus, und die Luft muss an gewundenen Wülsten vorbei, die ihre Oberfläche vergrößern. An diesen Flächen bleibt hängen, was nicht in die Lunge gehört, und der kühle Zug von draußen nimmt Wärme und Wasser auf. Was unten ankommt, ist warm, feucht und weitgehend sauber. Der Mund kann das kaum. Sein Weg ist kurz und weit, ohne die engen Windungen, an denen sich Luft reibt. Die Luft strömt fast so hindurch, wie sie draußen war: kühler, trockener, mit allem, was in ihr schwebt. An einem kalten Tag zeigt sich das deutlich. Durch die Nase kommt die eisige Luft angewärmt in der Lunge an, durch den Mund als kalter Zug, der im Hals kratzt. Die Schleimhaut schiebt das Aufgefangene langsam nach hinten, wo es geschluckt und im Magen abgebaut wird. So bleibt der Weg frei, ohne dass sich anstaut, was der Strom von draußen mitbringt.

Warum atmet man durch die Nase langsamer und tiefer?

Weil der Weg durch die Nase enger ist und dem Luftstrom mehr Widerstand entgegensetzt, dauert jeder Zug länger. Die schmalen Gänge lassen die Luft nicht in einem Schwall durch. Sie zwingen den Körper, langsamer und gleichmäßiger zu ziehen. Ein langsamer Zug reicht tiefer und holt das Zwerchfell mit, den großen Atemmuskel unter der Lunge schmidt-lang-physiologie; der Atem geht dann eher in den Bauch als nur in die Brust. Durch den offenen Mund fällt dieser Widerstand weg. Die Luft strömt frei, der Atem wird schneller und bleibt oben, flach in der Brust. So wird aus der Frage nach dem Weg eine Frage nach dem Takt. Die Nase gibt einen ruhigen vor, der Mund lässt einen hastigen zu. Man kann den Unterschied selbst hören. Durch die Nase geht der Atem leise und lang, durch den offenen Mund kürzer und mit mehr Geräusch. Zählt man die Züge in einer Minute, sind es durch die Nase meist weniger.

Wann ist Mundatmung sinnvoll?

Beim Sport und bei jeder starken Anstrengung, wenn der Körper in kurzer Zeit viel Luft braucht, öffnet sich der Mund von selbst. Dann reicht der enge Weg durch die Nase nicht mehr. Der Mund ist der zweite Kanal, weit und ohne Bremse, durch den mehr Luft geht als durch die Nase schmidt-lang-physiologie. Wer eine Treppe hochläuft oder rennt, atmet darum durch den Mund, ohne es zu entscheiden. Das ist der vorgesehene Weg für den Moment hoher Last. In Ruhe dagegen ist die Nase genug. Sie liefert die Luftmenge, die ein Körper im Sitzen, Stehen oder Gehen braucht, mit Reserve. Der Mund bleibt die Aushilfe für den seltenen Fall hoher Last.

Wie viel Luft bewegt ein ruhiger Atemzug?

In Ruhe bewegt ein einzelner Atemzug nur einen kleinen Teil dessen, was die Lunge fassen könnte, und das genügt vollauf. Ein erwachsener Körper atmet im Sitzen ruhig etwa zwölf- bis sechzehnmal in der Minute schmidt-lang-physiologie. Jeder Zug holt rund einen halben Liter Luft. Der Rest der Lunge bleibt in Reserve für den Moment, in dem der Körper mehr braucht. Durch die Nase reicht dieser ruhige Takt für alles, was der Alltag verlangt. Wer flach und schnell durch den Mund atmet, bewegt mit vielen kurzen Zügen oft weniger Luft als mit wenigen tiefen. Kurze Züge oben in der Brust holen weniger als tiefe, die das Zwerchfell mitnehmen.

Warum trocknet Atmen durch den Mund den Mund aus?

Weil die Mundhöhle die Luft nicht anfeuchtet, entzieht der trockene Strom den Schleimhäuten Wasser, und Mund und Rachen werden trocken. Über einen Zug fällt das nicht auf. Über Stunden schon, besonders in der Nacht, wenn der Mund lange offen steht. Wer morgens mit trockenem Mund und pappiger Zunge aufwacht, hat oft durch den Mund geatmet. Die Nase hält die Feuchtigkeit besser im Kreislauf: Beim Ausatmen gibt der warme Strom einen Teil des Wassers an die Schleimhaut zurück, das er beim Einatmen mitgenommen hat. Der Mund hat diesen Rückgewinn nicht. Was an Feuchtigkeit hinausgeht, ist verloren, und die trockene Luft reizt mit der Zeit.

Was hat die Nasenatmung mit innerer Ruhe zu tun?

Ein langsamer, gleichmäßiger Atem gehört zu einem Körper, der nicht in Hochspannung steht, und die Nase führt eher zu einem solchen Atem. Wer ruhig durch die Nase atmet, atmet meist langsam und tief. Wer hastig durch den offenen Mund atmet, atmet oft schnell und flach. Der Körper liest den Takt des Atems mit: Ein ruhiger Zug passt zu einem Zustand, in dem keine Gefahr drängt, ein gehetzter zu Anspannung und Eile. Über den Atem lässt sich dieser Draht in die ruhige Richtung anstoßen, weil er der eine Teil des Nervensystems ist, den man willentlich erreicht. Die Nase hilft dabei, indem sie den Atem von allein verlangsamt. Sie erzwingt nichts, sie legt nur den ruhigeren Gang näher. Das ist Selbstregulation im Alltag, kein Griff von außen und kein Mittel gegen ein Leiden.

Kann man sich die Nasenatmung angewöhnen?

Ja, wer im Alltag darauf achtet, den Mund geschlossen zu halten und durch die Nase zu atmen, gewöhnt es sich mit der Zeit an. Am Anfang muss man daran denken. Beim Gehen, am Schreibtisch, beim Lesen fällt auf, dass der Mund offen steht, und man schließt ihn wieder. Nach einigen Wochen läuft das öfter von allein. Unter Anstrengung bleibt der Mund die Reserve, und daran ist nichts zu ändern. Der Mund muss dabei nicht um jeden Preis geschlossen bleiben. Es reicht, in Ruhe den Weg zu nehmen, der für Ruhe gedacht ist. Ein kleiner Anstoß über den Tag wirkt mehr als ein strenger Vorsatz. Wer eine verstopfte Nase hat, kommt ohnehin nicht durch, und das gehört ärztlich geklärt.

Grenzen

Dieser Text erklärt, wie der Körper atmet. Eine Nase, die über Wochen verstopft bleibt, ständige Mundatmung ohne erkennbaren Grund oder Atemnot gehören ärztlich abgeklärt und nicht mit Umgewöhnung beschwichtigt. Manche Ursachen sitzen an der Nasenscheidewand, in den Nebenhöhlen oder tiefer und lassen sich nur ärztlich feststellen. Auch der Atem im Schlaf ist ein eigenes Feld und eine Sache für die ärztliche Beurteilung. Wir fragen allein nach dem, was ärztlich schon geklärt ist.

Unsere Einschätzung

Für die Frau, die abnehmen will, klingt die Frage nach Nase oder Mund weit weg vom Ziel. Sie ist es nicht. Der Atem ist der Zugang zum Nervensystem, der immer offensteht, und nichts erreicht es so unmittelbar. Ein ruhiger Atem durch die Nase bringt den Körper eher aus der Anspannung, und Anspannung mischt beim Essen mit. Sie verschiebt den Appetit und lenkt die Hand zum Teller, ohne dass Hunger dahintersteht. Über diesen Umweg berührt das Atmen, wie viel jemand isst und was der Körper festhält. Fett verbrennt es damit nicht. Die Nase ist beim Atmen keine Nebensache, sondern der erste Schritt einer Kette, die weit oben ansetzt. Dort, wo sich am meisten entscheidet, zeigt sich am spätesten etwas. Das schnell Sichtbare liegt an der Tür und ist der Anfang. Genau deshalb wird an dieser Stelle so leicht unterschätzt, was der Atem trägt.

Häufige Fragen

Ist Nasenatmung immer besser als Mundatmung?

In Ruhe ist die Nase der vorgesehene Weg, weil sie die Luft aufbereitet und den Atem verlangsamt. Bei Anstrengung ist der Mund richtig, weil er in kurzer Zeit mehr Luft durchlässt. Was passt, entscheidet die Lage: in Ruhe die Nase, bei Anstrengung der Mund.

Warum ist der Mund morgens so trocken?

Wer in der Nacht mit offenem Mund atmet, führt stundenlang trockene Luft über Mund und Rachen, und die Schleimhaut verliert Wasser. Am Morgen ist der Mund dann pappig. Die Nase hätte die Luft angefeuchtet und einen Teil der Feuchtigkeit zurückgeholt.

Bekommt man durch die Nase genug Luft?

In Ruhe ja, mit Reserve. Die Nase liefert die Luftmenge, die ein Körper im Sitzen, Stehen oder Gehen braucht. Erst bei starker Anstrengung reicht der enge Weg nicht mehr, und der Mund springt von selbst ein.

Kann man die Umgewöhnung erzwingen?

Nein, und man sollte es nicht. Der Mund bleibt bei Anstrengung die Reserve, und eine verstopfte Nase lässt sich nicht durch Willen öffnen. Sinnvoll ist, in Ruhe den Weg durch die Nase zur Gewohnheit zu machen und den Mund bei Anstrengung offen zu lassen.

Warum wirkt Nasenatmung ruhiger?

Weil die Nase den Atem bremst und ein langsamer, tiefer Atem zu einem Körper gehört, der nicht unter Strom steht. Über den Takt des Atems lässt sich das Nervensystem in die ruhige Richtung anstoßen. Die Nase legt diesen Takt von allein näher.

Belege

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