Ruhe

Wie beruhigt man das Nervensystem im Alltag?

Das Nervensystem beruhigt sich im Alltag über wiederkehrende Gelegenheiten: Bewegung, Schlaf, Pausen und ruhiges Atmen geben seiner ruhigen Seite mehr Gewicht.

Stand der inhaltlichen Prüfung: · Grundlage: Schmidt, Lang, Heckmann (Hrsg.): Physiologie des Menschen mit Pathophysiologie, Springer; Kapitel zum vegetativen (unwillkürlichen) Nervensystem sowie zu Energiehaushalt und Erholung (bereitmachende und ruhige Seite, Ruhe- und Verdauungsfunktion der parasympathischen Seite, Verbrauch bereitgestellter Energie durch Bewegung)

Das vegetative Nervensystem lässt sich nicht auf Befehl beruhigen; man gibt seiner ruhigen Seite über den Tag mehr Gewicht, indem man ihr Gelegenheit schafft. Bewegung baut die Anspannung ab, die der Körper in Bereitschaft bereithält, Schlaf und Pausen lassen ihn nachholen, was der Tag abverlangt hat, und ruhiges Atmen setzt am schnellsten am Zustand an. Ein einzelner Griff schiebt den Zustand nur für Minuten; was trägt, ist die Wiederholung über Wochen. Das ist Übung der Selbststeuerung. Bleiben innere Unruhe, Schlafprobleme oder Erschöpfung über längere Zeit, gehört das ärztlich abgeklärt.

Das Nervensystem hört nicht auf ein Kommando. Es richtet sich nach dem, was der Körper ihm über den Tag meldet. Ein einzelner Griff schiebt es darum nur für Minuten. Was länger trägt, ist die Summe kleiner Gelegenheiten: ein langes Ausatmen, ein Gang um den Block, eine Nacht mit genug Schlaf. Keine davon dreht viel für sich allein. Zusammen verschieben sie über Wochen den Zustand, in dem der Körper die meiste Zeit steht.

Wie beruhigt man das Nervensystem im Alltag?

Am ehesten, indem man der ruhigen Seite regelmäßig Gelegenheit gibt: durch Bewegung, Schlaf, Pausen und ruhiges Atmen. Das vegetative Nervensystem läuft ohne einen Gedanken und hat zwei Seiten schmidt-lang-physiologie. Die eine macht bereit für Anstrengung, die andere fährt herunter und stellt auf Ruhe und Erholung. Beruhigen heißt hier, der zweiten mehr Gewicht zu geben. Auf Befehl lässt sie sich nicht anschalten; man kann ihr nur Raum schaffen. Genau das ist im Alltag machbar, in kleinen Schritten, über den Tag verteilt. Ein großer Umschwung aus einem Moment ist dabei nicht zu erwarten, eher ein langsames Nachlassen der Daueranspannung.

Warum hilft ein einzelner Trick wenig?

Weil der Zustand des Körpers dem ganzen Tag folgt und nicht einem einzelnen Augenblick. Ein langes Ausatmen oder kaltes Wasser im Gesicht holt den Körper eine Stufe herunter, für ein paar Minuten. Danach steht er wieder da, wohin der Tag ihn stellt. Wer allein im größten Aufruhr zu einem Griff greift, arbeitet gegen den Rest des Tages an. Was zählt, ist die Grundeinstellung, und sie verschiebt sich über Wiederholung. Der einzelne starke Moment trägt dazu wenig bei. Darum liegt der Wert in den kleinen, oft gebrauchten Gelegenheiten.

Was bringt Bewegung fürs Herunterkommen?

Bewegung baut die Anspannung ab, die der Körper in Bereitschaft bereithält, und lässt ihn danach leichter zur Ruhe kommen. Unter Druck macht der Körper Kraft frei: der Puls steigt, die Muskeln spannen an, der Atem legt zu. Wird diese Kraft nie abgerufen, bleibt die Anspannung im Körper stehen. Ein zügiger Gang, Treppen, ein wenig Gartenarbeit rufen sie ab. Danach fällt das Herunterfahren leichter, weil die bereitgestellte Energie verbraucht ist. Ein Spaziergang an der frischen Luft trägt oft mehr als der Vorsatz, ruhig zu werden. Es braucht dazu keinen Sport im engeren Sinn. Auch die kleinen Wege des Alltags zählen mit, wenn sie regelmäßig dazugehören.

Welche Rolle spielt der Schlaf?

Im Schlaf bekommt die ruhige Seite am meisten Gewicht, und der Körper holt nach, was der Tag ihm abverlangt hat. Auf dieser Seite laufen Erholung und Verdauung schmidt-lang-physiologie. Fehlt der Schlaf über mehrere Nächte, bleibt der Körper eher in Bereitschaft, und die innere Unruhe hält länger an. Regelmäßige Zeiten tragen dabei mehr als eine einzelne lange Nacht. Licht am Morgen bringt den Rhythmus in die Spur, ein ruhiger Abend ohne hellen Bildschirm lässt den Körper herunterfahren. Wer schlecht schläft, kommt über den Tag schwerer zur Ruhe, und die Anspannung am Tag lässt die Nächte wiederum unruhiger werden. So greift beides ineinander.

Warum sind Pausen wichtig?

Weil der Körper nach jeder Anspannung wieder herunterfahren soll und ihm dazu die Lücke fehlt, wenn der Tag ohne Ränder durchläuft. Ein Tag, der von Termin zu Termin ohne Zwischenraum läuft, hält die bereitmachende Seite oben. Kurze Pausen, in denen nichts zu verteidigen ist, geben der ruhigen Seite die Gelegenheit, die sie braucht. Das muss nichts Besonderes sein: ein paar Minuten am Fenster, ein Gang zum Wasserholen, ein Moment ohne Telefon. Dazu gehört, den Zustrom von Reizen für Strecken des Tages zu senken. Ein Telefon, das ständig meldet, und Lärm im Hintergrund halten den Körper auf Empfang, auch wenn keine Anstrengung ansteht. Wer beides eine Weile leiser stellt, nimmt der bereitmachenden Seite Anlässe.

Grenzen

Was hier steht, ist allgemeine Physiologie. Die genannten Wege sind Übung der Selbststeuerung. Für Angst, gedrückte Stimmung oder anhaltende innere Unruhe taugt kein solcher Weg als Mittel, und wo derlei über längere Zeit besteht, gehört es ärztlich abgeklärt.

Unsere Einschätzung

Für die Frau, die abnehmen will, klingt das Nervensystem nach einer Nebensache, und liegt doch näher an der Ursache, als es wirkt. Über den Zustand zwischen Anspannung und Ruhe hängt vieles am Gewicht: wann der Körper Appetit meldet, wann er einlagert, wann er festhält und wann er hergibt. Ein Körper, der lange in Bereitschaft steht, hält eher fest und greift eher zum schnellen Essen. Regulation ist keine Abnehmmethode, sondern eine Stellschraube am Zustand, aus dem heraus gegessen und gehalten wird. Sie wirkt langsam, über Umwege, und man sieht ihr nichts an. Genau darum wird sie übersprungen. was am meisten entscheidet, sieht man am spätesten. Das ruhigere Nervensystem gehört zur zweiten Sorte, weit weg vom raschen Blick in den Spiegel und doch näher an dem, worauf es ankommt.

Häufige Fragen

Wie komme ich schnell runter, wenn ich angespannt bin?

Am ehesten mit ein paar ruhigen Atemzügen, bei denen das Ausatmen länger ist als das Einatmen. Der Effekt ist klein und hält kurz, er holt den Körper aber eine Stufe herunter. Ein fester Zähltakt ist nicht nötig. Wichtiger ist, dass die Atmung tief bleibt und nicht in die Brust rutscht.

Bringt ein Spaziergang wirklich etwas?

Ja, ein zügiger Gang verbraucht die Energie, die der Körper unter Anspannung bereitstellt, und lässt ihn danach leichter herunterfahren. Ein Weg an der frischen Luft reicht schon. Es muss kein Sport sein; die regelmäßige Bewegung im Alltag zählt mit.

Hilft kaltes Wasser im Gesicht?

Für einen kurzen Moment ja, es senkt den Puls ein Stück, weil der Körper auf Kälte im Gesicht mit Herunterfahren antwortet. Groß ist der Effekt nicht, und er hält nur, solange die Kälte frisch ist. Wer am Herzen etwas hat, hält vorher ärztlich Rücksprache.

Wie lange dauert es, bis sich etwas ändert?

Ein einzelner Griff wirkt für Minuten. Dass der Körper über den Tag ruhiger wird, stellt sich über Wochen ein, wenn die kleinen Gelegenheiten regelmäßig dazugehören. Ein schneller Umschwung ist nicht zu erwarten, und wie viel sich einstellt, schwankt von Mensch zu Mensch.

Reicht es, am Wochenende zur Ruhe zu kommen?

Regelmäßig und in kleinen Einheiten trägt mehr als ein einzelner ruhiger Tag nach einer angespannten Woche. Der Körper richtet sich nach dem, was oft geschieht. Ein paar ruhige Ränder an jedem Tag bringen darum mehr als das seltene lange Ausspannen.

Belege

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